31.08.2014

44,6 Kilometer kontinuierliche Geschwindigkeit, kontinuierliche Blutzuckermessung und kontinuierliche Freude am Laufen

Das Datum des siebten Werkheim-Benefiz-Marathons konnte ich mir gut merken, schließlich feierten mein Mann und ich am 29.8.2014 unseren sechsten Hochzeitstag. Trotz der beiden freudigen Anlässe begann der Tag eher unmotiviert: Wer will schon mit Regen geweckt werden?! Dann rebellierte noch mein Magen. Aber es nützt ja alles nichts. Natürlich wird bei jedem Wetter, zu jeder Zeit an jedem Ort gelaufen.

Nix vergessen? Blutzucker okay? Gedanken
kurz vorm Marathon
Wie alle bisherigen Langstreckenläufe wollte auch dieser gut geplant sein, insbesondere in Bezug auf den Diabetes. Das "Diabetes-Sachen packen" im Vorfeld, gleichgültig wohin es geht, nervt wohl jeden Diabetiker tierisch. Während Hendrik (der gemeinsam mit mir unseren Hochzeitstag laufend feiern wollte, wenn auch nicht die 44,6 Kilometer lang) in zwei Minuten Schlüssel, Handy, Bahncard, Taschentücher beisammen hatte, zerbrach ich mir mal wieder stundenlang den Kopf:

Insulinpumpe läuft? Batterien voll? Was wenn Insulinpumpe ausfällt? Ersatzspritzen einpacken (Daily Dose). Traubenzucker dabei? Alles gut fixiert?  "Hendrik kannst du mal eben..." Ganz wichtig und neu in meinem "Team": Der Dexcom G4 Platinum! Hatte ich den wirklich aufgeladen oder hat die Katze nachts mal wieder ein Ladekabel gekillt? Gedanken über Gedanken.



Immerhin war ich nicht so aufgeregt wie sonst vor Wettkämpfen oder Marathons, denn mit dem Dexcom habe ich meine Werte immer im Blick. Außerdem kann mein DexStar, so wie ich ihn (ja, es ist ein "Er") gerne nenne, hellsehen: Er verrät mir ob meine Blutzuckerwerte (messe in mg/dl) steigen, gleich bleiben oder absinken. Das System ist also vergleichbar mit einem Kompass, mein Blutzuckerwegweiser sozusagen. Der erste Blutzucker/Glucose-Check mindestens drei Stunden vor Start: 111. Schöne Zahl!  Zwei Stunden vor dem Lauf dann noch mal ein kritischer Blick auf das Display des Dexcom-Empfängers: der Messwert von 90 mit gleichbleibender Tendenz veranlasste mich dazu, die temporäre Basalrate auf 20 Prozent abzusenken und etwas zu essen, so dass ich kurz vor Start einen Wert von 160 hatte. Perfekt!

Traubenzucker im Zopfgummi
Als ich dann den Diabetes-Kram in sämtlichen Taschen und Zopfgummis (siehe Foto) verstaut und meinen Blutzucker unter Kontrolle hatte, streifte ich mir statt geplanter Regenweste mein "Lauf Pankreas lauf"-T-Shirt über, da die Sonne doch noch zum Vorschein kam :). Ich finde es "lustig", wie die Mitmenschen mich in diesem Shirt (siehe Foto) mustern und verzweifelt versuchen, das Motiv richtig zu interpretieren. Auf der Rückseite finden sie dann die Antwort: "www.diabetes-leben.com".


Diabetes-leben trifft Sportslovr ;)
Später fragte ein Läufer (SPORTSLOVR, siehe Foto) interessiert: "Trägst du eine Pumpe?" ;). Es stellte sich heraus, dass er viele Jahre in der Diabetes-Branche gearbeitet hatte.

Kurz vor Start trafen Hendrik und ich die OG-Hannover-Truppe, mit der wir gemeinsam in diesem Jahr den Pokal für die meist gelaufenen Kilometer erkämpfen wollten. Beim Werkheim-Marathon geht es nämlich nicht um Bestzeiten. Stattdessen kann jeder für sich entscheiden, wie viele Etappen er mitläuft. Vor allem aber geht es bei diesem Lauf um den guten Zweck! Dieses Mal gingen die Erlöse an hilfsbedürftige Kinder.







Fragen über Fragen zum Dexcom Platinum G4 
Vor dem Start und auch noch während des Laufs kamen die ersten Fragen zum Dexcom, schließlich hatte der bei mir Marathon-Premiere ;), den kannten meine "Mitstreiter" noch nicht: Was ist das, was kann der und warum hat nicht jeder Diabetiker so ein System? Da wir oft gemeinsam an den Start gehen, haben sie schon verstanden, wie der Diabetes "läuft". Tja und mit kontinuierlicher Glukosemessung eben noch besser.

Hendrik begleitete mich fünf Etappen lang, insgesamt 24,6 Kilometer! Sein längster Lauf bisher! Bestimmt wurde es ihm einfach zu langweilig mit mir ;), denn die Aufgaben des Blutzuckerbodyguards übernahm ja und übernimmt auch künftig mein "DexStar" ;). Meine Werte verliefen ideal bei 20% temporärer Basalrate. Bei Tendenz sinkend gabs dann einen Müsliriegel und bei Tendenz steigend oder Energieaufnahme wurde vorsichtig Insulin gespritzt, bzw. über den PDM, der Fernbedienung meiner Insulinpumpe, gebolt.

An vielen Verpflegungsstationen griff ich zur Malzbierschorle (sehr empfehlenswert) und tankte Energie beispielsweise in Form von Nüssen oder Salzstangen, um meinen Elektrolythaushalt in Balance zu halten.

Mit Insa (Organisatorin des Mukoviszidose-
Spenden-Laufs)
Eine Begleitung, über die ich mich auch sehr freute, war Insa. Sie war aktiv mit ihrem Fahrrad dabei und das so kurz nach ihrer Lungentransplantation! Sie ist die Organisatorin des Mukoviszidose-Spendenlaufs, selbst betroffen und eine Frohnatur durch und durch. Diabetes ist bei ihr nur eine "Nebenerkrankung"!!! Sie lässt sich echt nicht unterkriegen.

Da mir ständiges Fingergepieke und Blutzucker messen erspart blieb und meine Werte optimal waren, konnte ich den Lauf bei durchgehendem Sonnenschein ganz ohne Aufregung genießen, mit den Läufern schnacken und auch die gesamte Strecke von 44,6 Kilometer ohne Probleme bewältigen. Lediglich leichte Magenschmerzen und etwas Übelkeit nervten auf den letzten Kilometern. Na ja, kein Wunder, wenn man mit ansehen muss, wie ein Läufer auf eine tote Ratte tritt, die ihm fast unterm Schuh kleben bleibt ;/.


Nun gut, im Ziel wartete dann Hendrik auf mich und staunte wie fit ich noch war. Mit insgesamt 1000 erlaufenen Kilometern, durften wir als OG-Hannover in diesem Jahr den Pokal entgegen nehmen... Anschließend wurde der erste Platz gefeiert und natürlich das Buffet gestürmt, denn von nix kommt nix.

Ach ja, fast vergessen: Blutzucker nach dem Lauf: 99, Tendenz gleichbleibend.
Hier findet ihr übrigens auch den RTL-Bericht über den Lauf: RTL Nord über Werkheim Benefiz-Marathon
Werkheim Benefiz-Marathon Hannover in Bildern

26.08.2014

Eilenriederennen: mit Wut im Bauch zur neuen Bestzeit

Samstag Nacht war ich wie berichtet beim Electric Run in Hannover. Auch wenn ich die Nacht nur wenig Schlaf bekam, habe ich mich dann morgens mehr oder weniger spontan zum Eilenriederennen in Hannover begeben, um daran teilzunehmen. Dabei hatte ich mir überlegt, "Laufen gehste heute sowieso in der Eilenriede. Warum denn nicht mit anderen gemeinsam laufen, nachmelden ist ja bis kurz vor Startschuss möglich. Außerdem wäre meine Hausstrecke aufgrund des Rennens ja eh gesperrt gewesen." Ich dachte mir, läufste vorher ein bisschen, machste dann den 10-Kilometer-Lauf mit und hängst danach noch eine Runde dran.
Eilenriederennen 2014 in Hannover: Mit Wut im Bauch zur neuen Bestzeit

Das passierte vor dem Lauf: Stärken, Diabetes-Utensilien-Check und wichtige Gespräche!

Kurz entschlossen und mit müden Augen lief ich also gemütlich mit kleinem Umweg los zum Lister Turm, meldete mich vor Ort auf den letzten Drücker für das Eilenriederennen nach. Ich schnackte noch ein bisschen mit den "üblichen verdächtigen" Lauffreunden (Danke Christian (OG Hannover) für ein wirklich interessantes Gespräch) und aß noch gemütlich einen Müsliriegel, um mich zu stärken und einer Unterzuckerung während des – ursprünglich geplanten "entspannten Laufes" – vorzubeugen. Das Dexcom zeigte einen 200er-Wert an, also leicht erhöht, aber noch okay für einen "Vor-dem-Sport-Blutzuckerwert". Die temporäre Basalrate meiner Insulinpumpe hatte ich bereits nach dem Aufstehen (etwa zwei Stunden vor dem Lauf) auf 50 Prozent abgesenkt.

Ich reihte mich in die Läuferschar an der Startlinie ein, prüfte noch mal, ob ich den ganzen Diabeteskram wie CGMS, PDM und co wirklich vollständig dabei hatte und traf noch auf Detlef Oppermann, einen wahnsinnig guten und schnellen Läufer mit... jetzt haltet euch fest... Diabetes Typ 2!!! Das betone ich deshalb so, weil ich die Vorurteile über die faulen, dicken Diabetiker Leid bin, gleichgültig, ob das Diabetes Typ 1 oder Diabetes Typ 2 betrifft.

Wer auf dem Foto hat Diabetes? Tipp: die Nase verrät es ;) - (mit Detlef Oppermann, rechts im Bild)

Der Startschuss, das Überholmanöver und die Wut im Bauch

10:35 Uhr fiel dann – ich noch im Gespäch vertieft ;) – schon der Startschuss. Los ging's. Ich nahm mich der Sache recht entspannt an, ohne Wettkampfgedanken, bis Folgendes passierte: Nach Kilometer vier wollte ich einen Läufer überholen, der sich allerdings ausgerechnet in diesem Moment dazu entschloss nach links auszuweichen (warum auch immer!!!). Zack war es passiert, ich bin mit ihm zusammengestoßen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, dennoch fing er an loszupöbeln. Innerlich braute sich bei mir da was zusammen, zunächst wurde ich langsamer, da mir ein wenig die Luft wegblieb. Dann kochte ich vor Wut. Und diese Wut musste halt irgendwohin und ich wurde schneller... Ich hatte mir fest in den Kopf gesetzt, diesen Unruhestifter (über den sich schon manch anderer Läufer während des Rennens geärgert hatte) nicht vor mir im Ziel ankommen zu lassen. Damit hatte ich mir was aufgebrummt, denn langsam war der nicht unterwegs. Na ja und ich dann demenstprechend auch nicht mehr ;).

Der Zieleinlauf beim Eilenriederennen

So kam es, dass ich für die restlichen 5 Kilometer noch mal alles aus mir rausholte. Ich war dabei allein in meinem Tunnel unterwegs, so dass ich leider Olli und Katharinas (ebenfalls von der OG Hannover) Anfeuerungsmannöver "Super Steff, du schaffst das" gar nicht wahrnahm. DANKE!!! Kurz vor Zieleinlauf überholten mich leider noch zwei Läuferin, sonst hätte ich wohl den dritten Platz der Frauen (Gesamtwertung) belegt. Aber mit den fünften Platz und einer neuen Bestzeit von 45:06 h lässt es sich auch ganz gut leben ;). Platz 1 lief 42:06, Platz 2 lief 44:13, Platz 3 lief 44:36, Platz 4 lief 45:04, Platz 5 war ich mit 45:06 ... ich denke, ich kann schon ein wenig stolz sein.

Na die 10 Kilometer in 45,06 Minuten waren doch ein Kinderspiel ;)

Der Blick auf das Dexcom und die "Abrechnung"

Im Ziel (während des Laufs hatte ich ausnahmsweise einfach mal keinen Nerv für den Diabetes) schaute ich auf mein CGMS, das Dexcom G4, das mich auf einen stark ansteigenden Blutzuckerwert aufmerksam machte. Einen Wert von 246 mg/dl hatte ich mir nicht unbedingt gewünscht, aber natürlich ist dieser ganz einfach zu erklären: für einen langsamen, entspannten Lauf, senke ich die temporäre Basalrate im Vorfeld ab, denn ich benötige dafür weniger Insulin. Für einen schnellen Lauf unter Wettkampfbedingungen und Druck benötige ich zusätzliches Insulin, da ich unter "Anspannung" stehe und mein Körper Adrenalin ausschüttet. Da nun aber der ursprünglich so angedachte und eingeplante entspannte Lauf recht spontan zu einem angespannten Lauf unter Wettkampfbedingungen mutierte, fehlte es meinem Körper natürlich an Insulin. Ich habe dann vorsichtig Korrektur gespritzt.

Nun zur Abrechnung: der Pöbler, der dann irgendwann nach mir im Ziel entrudelte (gefühlte 20 Minuten später, versteht sich ;)...) musste mich im Zielbereich dann noch mal zusammenfalten. Mhh also mir kam dazu nur noch das Wort "Danke" in den Sinn, schließlich hat er mir zu einer neuen Bestzeit verholfen ;). Na und den Blutzucker hatte ich auch schnell wieder im Griff, so dass ich mich guter Dinge auf den Heimweg machte und mich auf das Festmahl ;) mit meinem Mann freute ;D.

Pfft... "nichts im Leben geschieht halt ohne Grund" :-P (zumindest manchmal ;))

24.08.2014

Electric Run Hannover: OmniPod und Dexcom leuchten mit Knicklichtern um die Wette

Samstag war der Electric Run in Hannover Programm, der auf dem ehemaligen Expo-Gelände stattgefunden hat. Hendrik und ich haben uns vorher mit (Sport-)Freunden getroffen, unter anderem mit dem Bodyforming-Team (elektrisch Muskeln stimulieren ist bei denen ja eh Programm ;)). Wir sind dann gemeinsam mit knapp 3000 Läufern (angeblich, hätte deutlich weniger geschätzt), allesamt mit Neon-Klamotten und Knicklichtern ausgestattet, beim ersten Electric Run in Deutschland an den Start gegangen. Wir durchliefen auf einer fünf Kilometer Strecke (gemessen 4,8 Kilometer ;)) acht Themenwelten und davor und danach wurde zu "elektronischen Beats" gefeiert.

Nun ja: Musik auf der Strecke, DJ und die Gestaltung der Themenwelten enttäuschten doch ein wenig. Ich hatte jedenfalls mehr erwartet, zumal die Startgebühr 30 Euro betrug. Die Musik vor und nach dem Lauf war teilweise ganz gut anzuhören, während des Laufs wurde aber nur kommerzielles, abgenudeltes Zeug aus etwas  bassarmen Lautsprechern abgespielt. Der Wortschatz der "DJs" oder vielmehr "Entertainer" beschränkte sich auf Worte wie "Electric Run Hannover 2014" und "postet eure Fotos auf Facebook mit dem Hashtag #electricrunhannover"... Na ja und bei der Gestaltung der Themenwelten hätte ich ehrlich gesagt auch Aufregenderes erwartet.
Electric Run Hannover 2014: Auch OmniPod und Dexcom leuchten im Neonlicht
Immerhin war im Preis ein cooles T-Shirt mit inbegriffen. Blöd nur, dass mir selbst Größe L noch zu eng war, ich mich darin nicht bewegen konnte (vielleicht habe ich ja auch drei Kleidergrößen zugenommen???) und ich es somit ungetragen in die Altkleidersammlung geben muss. Das dazu passend gesponserte Knicklicht funktionierte auch nicht wirklich, ebenso das Armband, dass bei einigen auf Bewegung reagierte und dann blinkte, bei anderen dauerhaft leuchtete oder auch gar nicht funktionierte. Schade.

Okay, meckern kann jeder, aber wir waren selbst gut ausgestattet, hatten unsere eigenen Knicklichter dabei und haben das beste draus gemacht. Dafür Dank an BeneBeneBeneBene und an das Bodyforming-Team :), ohne euch wäre der Abend wohl eher enttäuschend gewesen. So hatten wir mit Knicklichtbasteleien, Gelaufe, Gelache, Getanze, Bier und Rockstar Energydrink eben doch noch einen richtig coolen Abend.

Der Blutzucker, der OmniPod und das CGMS (Dexcom G4)/FGM

Aber euch interessiert der Blutzucker? Nun ja, ich habe das Ganze natürlich nicht als Laufveranstaltung/Laufwettkampf betrachtet, ganz im Gegenteil, denn bei einem Laufwettkampf, brauche ich aufgrund des Drucks/Adrenalin in meinen Körper oft zusätzliches Insulin (dazu in Kürze mehr). So habe ich statt zusätzlich zu bolen, die temporäre Insulin-Basalrate etwas abgesenkt, da ich normalerweise um diese Zeit eher weniger aktiv bin und keine "5-Kilometer-Spaziergänge" mache, sondern oft schon tief schlummere... (bin eher der Frühaufsteher).

Leider hatte ich die temporäre Basalrate jedoch zu weit abgesenkt. Normalerweise hätte ich davon nicht so schnell Wind bekommen, da man unter Leuten auf Partys meist seltener den Blutzucker misst. Doch das Dexcom hat mich rechtzeitig gewarnt und mit Alarm darauf aufmerksam gemacht, dass mein Blutzucker zu hoch ansteigt. Daraufhin konnte ich sofort reagieren und Insulin-Bolus abgeben, um einen zu hohen Blutzucker "abzuwehren". Das hat auch wunderbar geklappt und ich konnte den Abend/die Nacht "ohne Sorge" genießen. Das hat mir noch einmal deutlich gemacht, dass das CGMS mit seiner Hypo-/Hyper-Alarmfunktion gegenüber dem FGM-System doch einen großen Vorteil hat.

OmniPod und CGMS hatte ich natürlich auch in Neon-Hüllen eingepackt, warum sollte ich sie auch verstecken? Der Diabetes ist nun mal (leider) ein Teil von mir.

So und nun hier noch das Video vom gestrigen Abend (hehe und nicht über den letzten Teil des Videos lachen, man hatte ja schon etwas Bier intus ;)):

21.08.2014

Diabetes-Nostalgie: Ich fordere die Broteinheit (BE) / Kohlenhydrateinheit (KE) zurück!

Verdammt, ich hänge noch an ihr, an der guten, alten Broteinheit (BE). 12 Gramm Kohlenhydrate sind für mich eine BE. Auch heute rechne ich mein Essen noch in BEs um. Es ist mir gleichgültig, ob die BE u. a. auf Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) 2010 aus allen gesetzlichen Regelungen entfernt wurde: Na ja, die Empfehlungen der DGE habe ich sowieso längst satt.

Für mich hat die BE jedenfalls einen nostalgischen Wert. Seit meiner Diabetes-Diagnose im Februar 1997 rechne ich meine Mahlzeiten in Broteinheiten um. Kaum steht das Essen auf dem Tisch, wird gerechnet bzw. geschätzt, wie viele BEs da drin stecken und natürlich die entsprechende Insulindosis dafür gespritzt. Ich persönlich rechne auch Proteine, Fette und sogar das Gemüse mit hohem Wassergehalt (wie etwa Gurke) in BE um – im Gegensatz zu einigen anderen Diabetikern, die bei sich nur unbedeutsame Blutzuckererhöhungen durch den Verzehr dieser Lebensmittel feststellen konnten. Das muss jeder Diabetiker für sich selbst austesten.

Die etwas andere BE-Tabelle/Kohlenhydrattabelle: 100 Gramm Katze = 1 BE ;)

Anfangs, kurz nach meiner Diabetes-Diagnose vor 18 Jahren, habe ich das Essen sogar noch grammgenau ausgewogen und durchgeplant, wann, was, wie viel gegessen wird. Natürlich tue ich das längst nicht mehr, auf mein Gespür ist meistens Verlass, ich schätze wie wohl die meisten anderen Diabetiker auch, in BE oder der "moderneren" Einheit KE. Welche Enheit man nun als Schätzmittel einsetzt ist dabei im Prinzip Jacke wie Hose, wenn man weiß, um wie viel mg/dl der Blutzucker bei Verzehr einer BE/KE ansteigt, um dem Anstieg mit entsprechender Insulindosis entgegenwirken zu können.

Übrigens rechnet auch nicht jeder Diabetiker für eine BE/KE/KHE 12 Gramm Kohlenhydrate, sondern viele rechnen "modern" mit 10 Gramm Kohlenhydraten. Die BE wird auch nicht von allen Diabetikerm als Broteinheit, sondern auch als Berechnungseinheit bezeichnet und die Kohlenhydrateinheit nicht unbedingt als KE sondern gern auch als KHE abgekürzt.

Da man auf aktuellen Lebensmittelverpackungen keine BE-Angaben mehr findet, wird deutlich, warum Diabetiker gute Kopfrechner sein sollten. Ob das Ganze jetzt aber so plausibel ist, was man sich da so intuitiv errechnet, bleibt fraglich, zumal auch auf Lebensmittelverpackungen großzügig gerundet wird. Das kann schon beträchtliche Auswirkungen haben, insbesondere bei den Mengen, die ich mir nach einem Marathon schmecken lasse ;-D.

Dennoch schwöre ich auch weiterhin auf die "Weißbrötchen-Einheit" (WBE), wie die heutige BE einst von Carl von Noorden eingeführt wurde, um die Kohlenhydratmengen besser ermitteln zu können. Eine WBE entsprach übrigens 20 Gramm Semmel und daraus leiteten sich die Kohlenhydrat-Austauschtabellen ab, in denen kohlenhydrathaltige Lebensmittel im Vergleich zu 20 Gramm Semmel zusammengestellt wurden.

In diesem Sinne: fröhliches Weiterrechnen. Auf die gute alte BE, die ich gerne wieder auf modernen Lebensmittelverpackungen sehen würde. Ihr auch?

15.08.2014

Flash Glucose Monitoring von Abbott, das CGMS light?

Gut Ding will Weile haben, voraussichtlich im Herbst ist es nun aber so weit: das Flash Glucose Monitoring (FGM) System von Abbott kommt auf den Markt. Schon längst ist es Thema in den sozialen Netzwerken und es wird heiß darüber diskutiert.

Das Flash Glucose Monitoring von Abbott ähnelt in vielerlei Hinsicht einem CGMS. Und was ist das beste an einem CGMS? Richtig, dass es Diabetiker vorausschauend darüber informiert, ob die Blutzuckerwerte steigen oder fallen werden (Blutzuckertrend-Analyse). Und diese hilfreiche Fähigkeit "hellzusehen" hat auch das Flash Glucose Monitoring von Abbott. Ebenso ermöglicht es eine invasive Blutzuckermessung, bedeutet keine lästige Piekserei mehr, es schont die Finger und verhindert Fehlmessungen, die beispielsweise durch "Glukoseanhaftungen an den Fingern" oder durch "Finger melken" zustande kommen. 
Flash Glucose Monitoring: das neue CGMS "light" für alle Diabeiker?

Ich habe die Besonderheiten/Eigenschaften des Flash Glucose Monitoring von Abbott zusammengefasst und die Vor- und Nachteile gegeneinander und gegenüber eines regulären CGMS abgewogen:

Über den Sensor des Flash Glucose Monitoring:

  • Der Sensor ist rund,
  • so groß wie ein 2-Euro-Stück,
  • lässt sich einfach und schnell setzen und
  • kann 14 Tage am Oberarm getragen werden.

Über den Empfänger des Flash Glucose Monitoring:

  • Der Empfänger muss zur Einsicht der Messwerte und Messwertrendanalyse in Nähe des Sensors gehalten werden und kommuniziert nicht permanent mit dem Sensor. 
  • Der Empfänger stellt den Verlauf der Messwerte der letzten acht Stunden grafisch dar. 
  • Ein Trendpfeil gibt an, wie sich der Zuckerwert verhält: ansteigend, abfallend oder gleichbleibend.
  • Der Empfänger ist mit einem Farbdisplay ausgestattet.
  • Der Empfänger speichert die Werte 90 Tage lang.
  • Ersten Abbildungen im Netz zur Folge könnte der Empfänger zwar als handlich bezeichnet werden nicht aber als "Design-Wunder".

Über das System: Flash Glucose Monitoring

  • Das System muss nicht regelmäßig mit Blutzuckermessungen kalibriert werden wie ein CGMS, die Kalibrierung geschieht direkt im Werk.
  • Das System warnt Diabetiker bei zu niedrigen oder zu hohen Messwerten nicht.
  • Was ich nicht weiß: funktioniert es mit einem Aufladegerät oder Batterien?
  • Wie viel Müll produziert es?
  • Kann ich damit Schwimmen/Duschen gehen?
  • Wie gut hält das Pflaster, bei Sport, Sonneneinstrahlung und starkem Schwitzen?

Die Software/das Auslesen der Werte aus dem Flash Glucose Monitoring

  • Alle gespeicherten Daten können aus dem Empfänger ausgelesen werden. 
  • Die Werte werden anschaulich dargestellt.
  • Besonders ist wohl die so genannte AGP (Ambulatory Glucose Profile)-Technik. Sie stellt die Mittelwerte als Verlaufsgrafik dar. Dadurch hat man schnell im Blick, zu welchen Tageszeiten die Messwerte am meisten schwanken und kann die Therapie daran anpassen. (Messung über Perzentilien)

 

Mein "kritisches" Urteil über das Flash Glucose Monitoring und die Vor- und Nachteile gegenüber eines CGMS

Ich würde sagen: Das klingt zunächst alles sehr versprechend und erspart Diabetiker die lästige Piekserei im Alltag. Bei Bedarf kann man den Empfänger/das Lesegerät zur Einsicht der Messwerte und Messwertrendanalyse einfach in Nähe des Sensors halten. Praktisch: so einfach kann "Blutzucker" messen sein. Bedeutet das nun aber nie wieder in den Finger pieksen? Nicht ganz, man muss Bedenken, dass das System den Glukosegehalt des Zwischenzellwassers misst, nicht aber den Blutzucker selbst. Von einer Verzögerung von 10-15 Minuten ist also auszugehen. Bei schnellen Blutzuckerveränderungen, die ja über die Trendpfeile zu Verfolgen sind, sollte man sicherheitshalber doch noch mal mit dem Blutzuckermessgerät die Werte nachprüfen und natürlich auch wenn man eine Hypo oder Hyper vermutet. CGM-Systeme verlangen zusätzlich noch mindestens einmal tägliche eine Kalibrierung mit einem Blutzuckertest, das FGM-System nicht! Ich würde sagen, es steht 1:0 für FGM.

Das FGM-System warnt Diabetiker bei zu niedrigen oder zu hohen Messwerten allerdings nicht. Die Gründe: Der Empfänger kommuniziert nur bei Bedarf, also beim Vorhalten, mit dem Sensor. Ein intelligentes Alarmsystem müsste also in den Sensoren selber untergebracht werden, was wiederum nicht wirtschaftlich wäre. Alarme beherrscht aber das CGMS, bei dem Sensor und Bediengerät ständig miteinander sprechen! 1:1!

Interessant und noch ausstehend ist der Kostenpunkt: Ist das Flash Glucose Monitoring von Abbott für uns Diabetiker tragbar? Müssen wir es aus eigener Tasche zahlen? Können wir es aus eigener Tasche zahlen? Über die Kosten schweigt man sich noch aus, man munkelt aber über einen günstigeren Preis im Vergleich zum CGMS.

Das CGMS (Dexcom G4) hat sich bei mir im Praxistest bewiesen. Ob auch das FGM hält, was es verspricht und sich als CGMS-Light bewährt, vermag ich noch nicht zu beurteilen. Es steht also noch unentschieden 1:1. Erst der Preis und der Praxistest werden den Sieger kühren.

Wer mehr über die Ära der FGM erfahren möchte, kann sich hier mit in den E-Mail-Verteiler aufnehmen lassen: Erfahre mehr über die Revolution der Glukosemessung FGM.

13.08.2014

Das Blutzucker messen vergessen

Neulich habe ich von einem Diabetiker erfahren, dass er immer wieder vergisst, seinen Blutzucker zu messen und seine Blutzuckerwerte deshalb oft auf die schiefe Bahn geraten. Mal ehrlich, vergisst man es als Diabetiker wirklich, seinen Blutzucker zu messen? Ehrlich gesagt ist mir das noch nie passiert. Euch? Ich "vergesse" den Diabetes nicht, er erinnert mich viel zu oft daran, dass er da ist.

Ein "Knoten im Finger" erinnert mich daran regelmäßig den Blutzucker zu messen ;)

Beweggründe, den Blutzucker nicht zu messen

Beweggründe, warum ich meinen Blutzucker mal nicht messe, sind vielmehr:
  • "gerade keine Lust", 
  • "gerade in Hektik", 
  • "passt gerade nicht" oder 
  • "ich will meinen Blutzuckerwert just mal nicht vor Augen geführt bekommen, weil mich der Diabetes nervt". 
Zugegeben ist das vielleicht ehrlich, aber nicht gerade vorbildlich, doch (Diabetes-)Manager sind eben auch mal demotiviert bzw. wollen gerade mal nichts vom Diabetes wissen, haben sich gerade mal andere Prioritäten gesetzt, "Wichtigeres" zu tun. So lange es nicht zu häufig vorkommt oder gar zur Gewohnheit wird und zu Lasten des Blutzuckers geht, ist das doch vollkommen okay und bedarf keiner Rechtfertigung, oder? Wir sind doch schließlich alle nur Menschen.Von einigen Diabetikern habe ich auch gehört, dass sie das Blutzucker messen zwar nicht vergessen sondern es nur so selten vornehmen, weil sie es als schmerzhaft empfinden. Andere wiederum empfinden es als unangenehm, in der Öffentlichkeit ihren Blutzucker zu messen. Das kann ich von mir nicht behaupten. Ihr von euch?

 

Besser mit Bauchspeicheldrüse on Tour

Ein weiterer Beweggrund nicht zu messen, wenn er auch selten, aber dennoch auch mal vorkommt ist, dass ich keine Lust habe mein Blutzuckermessgerät, die Blutzuckerteststreifen, die Stechhilfe und die Lanzette bei mir zu führen. Allerdings kommt das nur dann vor, wenn ich nicht weit weg und auch nicht länger als eine Stunde außer Haus bin.

Hierbei hat mich der OmniPod in den letzten 1,5 Jahren gut erzogen, denn ohne PDM (Personal Diabetes Manager, der gleichzeitig auch als Blutzuckermessgerät und Fernsteuerung der "Insulinkäfer" dient) ziehe ich nicht mehr los. Liegt ganz einfach daran, weil ich mit ihm ja quasi meine externe Bauchspeicheldrüse, sprich ein Organ meines Körpers steuere. Und wer geht schon gerne "ohne" seine Organe aus dem Haus?

10.08.2014

Simplify your life with Diabetes

Diabetes raubt Zeit, viel Zeit, kostbare Zeit! Doch durch das jahrelange Training wird man im Umgang mit dem Diabetes schneller und hat die Tricks raus, wie man Zeit einsparen kann. Ich meine damit nicht solche wie: seltener Blutzucker messen, die Lanzetten nicht mehr wechseln oder kein Tagebuch mehr führen... Nein, sinnvolle, die nicht zu Lasten des Blutzuckers/Diabetes gehen und die einem im hektischen Alltag nichts Wichtiges vergessen lassen. Los geht's!

Simplify Your Life With Diabetes: Diabetes raubt Zeit!

Logistik im Diabetes-Spint

Diabetes-Sachen sind bei mir im "Diabetes-Spint" logisch und nach Verfallsdatum sortiert: Gleiches zu Gleichem und Altes nach vorne. Alles ist griffbereit untergebracht, so dass nie lange gekramt werden muss. Wenn irgendetwas fehlt, bzw. sich beispielsweise kaum noch Blutzuckerteststreifen im Diabetes-Spint befinden, fällt das sofort auf. Dringenden Bedarf an Diabetes-Sachen gebe ich sofort ins Smartphone ein und schicke eine direkte (bereits vorgefertigte Muster-)Mail an die Praxis, die mir die Sachen dann unmittelbar bereitstellt oder auf Wunsch auch per Post zukommen lässt.

Quartalsverbrauch kennen Diabetiker und Diabetologe

Ich kenne meinen Quartalsverbrauch an Therapiehilfsmitteln genau und auch in meiner diabetologischen Schwerpunktpraxis ist dieser längst im System gespeichert. Es heißt nur noch, wie bei meinem Stammcafé auch: "Frau Blockus, wie immer? - Jepp, wie immer"... Es sei denn, ich habe einen Sonderwunsch.

Diabetestaschen-Logistik

Arriba! Arriba! Speedy Diabetes!
Da wären Pods/Katheter, zurechtgeschnittenes Physio-Tapes, Ersatzbatterien, Ersatzspritze (Daily Dose), Teststreifen, Lanzetten, Blutzuckermessgerät, Katheter, eben das was Diabetiker individuell für den Alltag benötigt... All das habe ich in vier verschiedenen Taschen immer parat gepackt. Dabei muss nur der PDM des OmniPods regelmäßig mit umziehen und das Insulin auch mal wieder zurück in den Kühlschrank wandern.
  1. Die kleine Alltagstasche: immer dabei, sie wandert von der "Arbeitstasche" über die Freizeittasche und "Messe-/Ausgehtasche" in die Sporttasche und wird regelmäßig nachgerüstet.
  2. Die Reiseersatztasche: die kommt zum Einsatz, wenn Geschäftsreisen, Sportausflüge, Kurztrips anstehen, die etwa zwei bis vier Tage dauern. Diese Tasche muss nur bei längeren Urlaubs- oder Geschäftsreisen aufgestockt werden. 
  3. Die praktischen Laufarmbänder: klein und handlich so gepackt, dass Sie für max. zwei Stunden Lauftraining das allernötigste beinhalten.
  4. Marathontasche: Zusätzlich zum Inhalt der Laufarmbänder finde ich in ihr Verpflegung, Ersatzbatterien (die vergesse ich NIE mehr) und Getränkeflaschen.

Zeit sparen aktiv im Umgang mit Diabetes im Alltag

  • Das CGMS erspart mir das Blutzucker messen und das notieren der Blutzuckerwerte. Hat man keines, empfiehlt es sich Blutzuckerwerte und Aktivitäten aus dem PDM des OmniPods/Blutzuckermessgerätes am Ende einer Woche auszulesen.
  • Den Bolusrechner des PDMs/der Insulinpumpe (wenn man eine hat) nutzen, um viel BE-/Insulin-Rechnerei einzusparen.
  • Mehrere Basalratenprofile programmieren: Ich habe nicht nur ein Basalratenprofil, sondern gleich mehrere, so kann ich je nach Tagesvorhaben einfach darauf umswitchen: Urlaubsprofil, Sportprofil, Stress-/Arbeitsprofil... Das erspart mir lästiges Korrekturspritzen, bzw. ständig wiederholtes Umstellungen/Absenken- und Anheben der Basalrate.
  • Mit Accu-Chek FastClix (das schnelle Gewehr) und AccuCheck Mobile (Blutzuckermessgerät mit Teststreifentrommel) kann man einhändig, unterwegs, gehend/sportelnd messen und die Blutzuckerteststreifen können nicht herunterfallen, da sie im Messsystem integriert sind. 
  • Der Partner darf auch mithelfen und das klappt super: Er sucht den besten Platz für Pod und CGMS-Sensor aus, klebt und setzt diese an den Stellen, wo ich eventuell nur mit Mühe und Not hingelange.
So und jetzt ihr: was habe ich vergessen bzw. wie spart ihr kostbare Zeit im Alltag mit Diabetes ein?

08.08.2014

Sicher ist sicher: Insulinpumpe versichern?

Oh, was habe ich wieder Panik geschoben, weil ich den PDM meines OmniPods ("Fernbedienung" meiner schlauchlose Insulinpumpe) nicht im Rucksack finden konnte. Er war weg, spurlos verschwunden... weg, weg, weeeeg.

Okay, der PDM hat sich nur unter meinem Rucksack versteckt, weil ich ihn bereits rausgenommen hatte. Puhhh alles wieder gut. Ohne meinen treuen Freund, den OmniPod, fände ich den Alltag mit Diabetes nämlich gar nicht lustig. Allein die Vorstellung, ich müsste wieder zur Basis-Bolus-Therapie wechseln... nein danke! Sicher hätte ich mir schnell einen neuen treuen Freund gekauft, also einen neuen PDM, versteht sich ;). Aber das wäre ein teurer Spaß geworden. Nun gut... GUT? Nein, denn keine zwei Tage später hat mein PDM dann Kaffee geschluckt. Nur weil der meiner Tischnachbarin so gut schmeckt, heißt das noch lange nicht, dass der PDM diesen auch sehr gerne mag.

Der PDM im Getränk: na hoffentlich ist der gut versichert
Leider ist sogar das Gegenteil der Fall, der PDM ist nicht (wie der Pod) wasserdicht und heißen Kaffee mag der schon mal gar nicht. Gut, das konnte die kaffeetrinkende Dame ja bis dato nicht wissen ;). Wie dem auch sei, zum Glück hat mein OmniPod die Kaffeedusche überlebt: Nachdem ich die Batterien herausgenommen, das Gehäuse getrocknet und die Batterien wieder reingelegt hatte, piepte er schon wieder fröhlich vor sich hin und erinnerte mich an den bevorstehenden Podwechsel. Ich sags ja: treuer, zuverlässiger Freund!

Aber wie ist das eigentlich? Was tun, wenn der OmniPod tatsächlich geklaut wird oder seinen Geist für immer aufgibt? Soll ich den versichern? Kann ich den versichern? Wie am besten? Welche Möglichkeiten habe ich? Gibt es da auch Vollkasko oder Teilkasko ;)? Zunächst sollte man erst einmal den Eventualfall mit der Krankenkasse durchsprechen: Fordert die Krankenkasse tatsächlich Geld von mir, wenn meine Insulinpumpe nicht mehr funktioniert (Garantiefälle mal ausgenommen)? Und falls sie das tut, was habe ich dann für Möglichkeiten? Ich habe mal recherchiert: Also wenn das geliehene medizinische Gerät geklaut wird (Raubüberfall), leistet wohl in der Regel die Hausratversicherung, da sollte man noch mal in die Versicherungsbedingungen schauen, gegebenenfalls nachrüsten.

OmniPod gut versichert? Nein ;), ich wollte
meinen Diabetes nicht die Brooklyn Bridge
hinunter schnmeißen ;).
Wenn ich das Gerät nun aber selbst beschädige oder verliere kann unter Umständen die private Haftpflichtversicherung leisten. Hier kommt es allerdings auch wieder auf die jeweiligen Versicherungsbedingungen an. Geleistet wird nur, wenn Mietsachschäden an beweglichen Sachen mitversichert sind (häufig ist das nur beim teuren Top-Versicherungsprodukt der Fall) und wenn die (medizinischen) Geräte oder Hilfsmittel nicht explizit ausgeschlossen werden. Viele Versicherer schränken die Leistung auch auf die Beschädigung ein, bedeutet Abhandenkommen ist nicht versichert. Wichtig ist es auch auf die Entschädigungsgrenze zu achten, in der Regel ist sie begrenzt.

Wie siehts aus: Habt ihr eure Insulinpumpe versichert? Ich bin etwas hin- und hergerissen, ob es sich lohnt oder nicht, denn oben genannte Top-Versicherungsprodukte wollen natürlich auch bezahlt werden. Die monatlichen Prämien sind teuer. Ich denke, da ist es günstiger für den Fall der Fälle, der eventuell gar nicht eintritt, die Kosten für eine neue Insulinpumpe selbst zu tragen. Das teuerste ist doch nicht das Medizinprodukt an sich sondern vielmehr die Folgekosten, wie Katheter/Pods, Imsulin, Teststreifen und Co. Also eher nicht versichern? Was meint ihr?