22.05.2012

Scharf - schärfer - unterzuckert?

Die Überschrift lässt's erkennen: Staeff ist mal wieder völlig verwirrt!

Frag mich, ob es an den frisch im Pfefferhaus ergatterten zuckerfreien, wie wild verschlungenen Bonbons lag, dass ich gestern unterzuckert unterwegs war? Möchte ich jetzt natürlich nicht beschwören. Dennoch habe ich das Gefühl, dass scharfes Essen mir zuckertechnisch ganz schön einheizt. Einbildung? Vielleicht versetzt da der Glaube auch nur wieder die Berge? Also Scharfes statt Insulin? Ha ha! Zumal die Bonbons nicht mal wirklich scharf sind.

Errungenschaft im Pfefferhaus: BZ-Senker?
Nee aber mal im Ernst, würde mal gern meinen Blutzucker verstehen. Ich kann auch mit Hilfe von BZ-/Aktivität-/Insulin-Dokumentation Zusammenhänge oft nicht erkennen, um daraus abzuleiten/Schlüsse zu ziehen. Wenn man an zwei Tagen doch hintereinander quasi das Gleiche tut,
  • die gleiche KH-Menge gegessen,
  • sich ähnlich viel bewegt, 
  • etwa gleich viel wenig geschlafen, 
  • Stress sowieso zu viel hatte und 
  • auch keinen Katheter-, Insulin- oder Schlauchwechsel vorgenommen hat... 
wie kann es dann sein, das man an einem Tag Werte unter 100 mg/dl hat, am anderen Werte über 300 mg/dl bei gleicher Insulindosis? Hab auch strukturiert, sprich zur gleichen Uhrzeit, gemessen. Diese Selbsttests habe ich schon öfters vorgenommen und so gut wie NIE sind da Übereinstimmungen der Werte. Habt ihr da ähnliche Erfahrungen gesammelt?

Sicherlich war dann heute wohl die Schärfe der Bonbons daran "Schuld"... Na was soll man denn da sonst noch denken, woran das lag? Die Hormone - Übeltäter für alles? Aber mal ehrlich, wie soll man da denn immer motiviert bleiben? Ja ja ich weiß, Mensch ist nun mal keine Maschine, keine Panik schieben, ... bla bla..., keinen Schuldigen suchen, man steckt eben nicht drin... bla bla. Aber es nervt mich tierisch, dass ich da so gut wie gar keine Kontrolle drüber habe. Gute Laune auch deshalb derzeit Fehlanzeige!

19.05.2012

Sauer!

Gestern flatterte mir ein Schreiben mit folgendem Inhalt ins Haus: "... die Laufzeit Ihrer Accu-Chek Insulinpumpe nähert sich dem Ende. Seit nun mehr als drei Jahren ist die Accu-Chek Insulinpumpe nun ihr Partner in der Diabetes-Therapie... Bitte besprechen Sie die Folgeversorgung Ihrer Insulinpumpe im Vorfeld auch mit Ihrem behandelnden Diabetologen... Zur Fortführung der Insulinpumpen-Therapie benötigen die Krankenkassen bei der Beantragung der Folgepumpe einige Unterlagen von Ihnen. Denken Sie deshalb gerade jetzt in der Vorbereitungszeit an die richtige Dokumentation..."
Sauer!
Oh man jetzt geht das wieder los... Jetzt muss man wieder seine Blutzuckertagebücher mit Blut voll schmieren, damit der Medizinische Dienst der Krankenversicherung einen auch glaubt, dass man diese gewissenhaft führt. Und wichtig wichtig: Bitte den kompletten Lebensstil dokumentieren. Alles, auch die allerprivatesten Details interessieren, schließlich können diese ja auch am Blutzucker-Chaos Schuld sein. Damit hat der Medizinische Dienst ne nette Bettlektüre oder was macht der damit ;)? Und danach heißt es wieder: Beten bis der Arzt kommt, dass man das Tagebuch auch genug mit Blut (True Blood?) vollgeschmiert hat, damit man im "Genuss" einer Inslinpumpe bleiben darf und eben nicht zurück zur ICT zurück wechseln muss.

Sorry, aber das stimmt mich fast so sauer, wie die jährliche Vorlage beim Ordnungsamt über einen HBA1c-Wert (Normoglykämie zählt!), damit man weiter für fähig erklärt wird Kraftfahrzeuge führen zu können. Na ja gut, dass beispielsweise (!) 80jährige aber natürlich noch hinterm Steuer sitzen und die rote Ampel auch mal übersehen dürfen.

17.05.2012

Über Insulinjunkys, ihre Ängste und was sonst noch so normal ist

Kürzlich meinte jemand zu mir, dass das Schlimmste am Diabetes doch die Abhängigkeit von einem Stoff sei und die Angst diesen im Falle des Falles nicht rechtzeitig zu bekommen. Das erste was ich spontan äußerte war: "Nein, bei mir ist das anders, meine größte Angst sind die Folgeschäden." Ein Blick in meinen Koffer Tasche sagt da aber etwas anderes aus. Mit dem Insulin, das ich darin bei mir führe, würde ich wohl Monate auskommen. Da würde ich wohl eher verdursten oder verhungern, bevor ich am Insulinmangel zu Grunde gehe, falls mich ein Vampir für unbestimmte Zeit in seine Gruft verschleppen sollte. Wer weiß? Also ist da doch, zumindest unbewusst, Angst im "Spiel"?

Mein Koffer ;)
Bin jedenfalls generell der Auffassung, dass sich Diabetiker mit vielen Ängsten herumschlagen, die sie teilweise selbst gar nicht wahrnehmen oder vielleicht auch nicht wahrhaben möchten. Auf Idowa.de habe ich neulich folgenden Artikel gelesen: Phobien und Ängste der Diabetiker. Auch wenn mal wieder DIE Diabetes und nicht DER Diabetes (immerhin nicht DiabetIS) Thema ist, fand ich den Artikel gar nicht mal so uninteressant.

Ich finde es wichtig, dass man auch mit Ängsten und psychischen Erkrangungen, seien sie durch den Diabetes entstanden oder auch nicht, viel offener umgehen und sich helfen lassen sollte. Natürlich nicht getreu dem Motto: "Niemand ist normal, man ist höchstens schlecht durchuntersucht".  Wobei ich sagen muss, dass ich das so genannte "normale" Verhalten teilweise viel verrückter finde. Verrückt, oder ;D? Aber mal ehrlich, wenn ich Diabetes Typ 1 habe, Asthma oder einen Schnupfen bin ich dennoch normal, aber wenn ich unter Paranoia, einer Zwangserkrankung oder eine Borderline-Störung leide, ist das nicht der Fall? Und "normal"... ja was ist das denn überhaupt?