26.01.2015

T1DAY: "Ich bin ein Typ-1-Diabetiker – Holt mich hier raus!"

... höre ich Olympia-Sieger und Typ-1-Diabetiker Matthias Steiner beim T1DAY äääh... aus dem Dschungelcamp rufen ;). Okay, bleibt wohl nur eine Vorstellung und ein Wunsch vieler Typ-1er, die Matthias Steiner gerne im Dschungelcamp im RTL-Fernsehen Känguru-Hoden essen oder badend in Maden sehen wollen. Okay Spaß beiseite: das alles natürlich "nur", um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie sich das Leben eines Typ-1-Diabetikers tatsächlich gestaltet, damit endlich viele Vorurteile aus dem Weg geschaffen werden können, die über Typ-1-Diabetes immer noch in den Medien grassieren! Wäre jedenfalls ne medienwirksame Aktion, bei der Einschaltquote...

Schlagzeilen wie etwa
  • "Tod durch Unterzuckerung",
  • "Heilung des Typ-1-Diabetes durch xxx jetzt/bald möglich" (beispielsweise durch Smoothies ;)),
  • "Von zu viel Zucker bekommt man Diabetes",
  • "Typ-1-Diabetiker können keinen Leistungssport berteiben"
  • "Typ-1-Diabetikern sollte man den Führerschein entziehen" oder etwa
  • "Typ-1-Diabetiker sollten Berufe wie Taxifahrer/Pilot/Bauarbeiter etc. pp. verwehrt bleiben"...
braucht kein Mensch!!! Damit ist niemandem geholfen. Ganz im Gegenteil: Dieses gefährliche Halbwissen (wo auch immer das herrührt) führt zur Diskriminierung von Diabetikern und lässt unsere Gesellschaft verdummen. Mehr nicht! Umso wichtiger wäre es doch Projekte wie etwa "Leidmedien" (Danke Bastian Hauck, kannte ich bis gestern noch nicht) zu unterstützen oder gar eigens eine Plattform zu gründen, die von Betroffenen/Fachwissenden betrieben wird, die eben richtige Informationen bereit stellt, an denen sich Journalisten, TV-Produzenten – eben Medienschaffende bedienen können.

"Diabetes und Medien" war jedenfalls gestern auch eines der großen und spannenden Themen beim T1DAY in Berlin, den etwa 300 Typ-1-Diabetiker besuchten, um sich vor Ort Infos und News zum Thema Diabetes Typ1 einzuholen, um sich auszutauschen, sich aktiv mit einzubringen und Insider-Wissen mitzunehmen.
T1DAY 2015 in Berlin: Etwa 300 Typ-1-Diabetiker auf einem Haufen. Spannende Vorträge, Insider-Wissen, Erfahrungsaustausch, News und Infos aus erster Hand. Rundum eine super Veranstaltung!
Auch ich reiste nach Berlin, denn das wollte ich mir nicht entgehen lassen! Ich habe mich riesig gefreut, einige aus der Diabetes-Blogger-Szene (#dedoc) teils sogar das erste Mal "live" zu treffen und auch viele "Facebook-Freunde", Blog-Leser und Gleichgesinnte in den Arm schließen zu können. Und wer hätte die Veranstaltung besser moderieren können als Ilka und Fredrik? Perfektes Moderatorenteam, das durch das Programm führte, motivierte, den Saal zum Lachen brachte und zum Midiskutieren ermunterte. Die Stimmung, die Vorträge, der Austausch unter uns Typ-1ern, all das muss man live erlebt haben! Auch eine kleine Industriemesse erwartete uns vor Ort. So hatte ich mir bereits im Vorfeld zwei/drei Fragen notiert, auf die ich am Stand bei Deutsche Diabetes-Hilfe, Abott und Nintamed auch prompt Antwort bekam. Also nächstes Jahr auf keinen Fall verpassen, den T1DAY!

Nach und nach werde ich hier im Blog einige der gestrigen wichtigen Themen des T1DAY aufgreifen/einstreuen, aber alles in einem Beitrag zu bringen: nahezu UNMÖGLICH! Ein paar Highlights schon mal für euch gebookmarkt:
  • Kennt ihr schon die Blutsbrüder-Kampagne: http://www.wir-sind-blutsbrueder.de/?
  • Der Diabetes Typ 1 sollte auch hier Platz finden: http://leidmedien.de/?!
  • Typ F (Freunde, Familie und Fer...ähh Verwandte ;)): Die Angehörigen von Diabetikern sind teils mehr belastet als die Diabetiker selbst!
  • Diabetes-Diagnose: Verlängern der Remissionsphase und das erste Spritzen danach. Das ist definitiv kein Versagen!
  • Ärzte sind auch nur Menschen: "Ich bekomme nur einen Termin bei meiner Diabetesberaterin, wenn der Hba1c zwei Jahre um die 8 Prozent lag"... "Nach 60 Minuten ist eine Stunde um"
  • Schwein!
Sagte ich gerade "Schwein"? Ja, damit endete mein Tag gestern in Berlin. Als ich gegen Abend am Hauptbahnhof in Berlin auf meinen Zug gen Heimat wartete, traf ich eins. Zunächst dachte ich es sei ein Hund, auch Alexander Piel... also der ist kein Hund, sondern den traf ich am Bahnhof und der dachte das auch. Nein, wir waren nicht unterzuckert, sondern es war wirklich ein Schwein (siehe Foto), das an der Leine bei Fuß am Hauptbahnhof Berlin mit Herrchen in den Zug stieg. Allerdings hat es uns kein Glück gebracht, denn unsere Züge hatten Verspätung. Aber waren ja nur 70 Minuten ;-P!

So denn, bis zum nächsten Thema und diskutiert hier und überall über Typ 1 Diabetes öffentlich mit, denn wir selbst sind die Experten! DANKE :) und starte JETZT. Sonst müssen wir Matthias Steiner doch noch ins Dschungelcamp schicken!

22.01.2015

Wer abends eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über seinen Blutzucker verloren

Okay, der ist geklaut von Karl Lagerfeld ;), nur passend gemacht:

Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren

Wie dem auch sei, gestern war es wieder so weit: Internationaler Tag der Jogginghose. Mein Lieblingsaktionstag :), okay neben dem Welt-Diabetes-Tag versteht sich ;). Der Internationale Tag der Jogginghose findet einmal im Jahr statt:  Am 21. Januar wird dazu aufgerufen, in der Schule, bei der Arbeit und überall sonst bequeme Jogginghosen zu tragen. Bin ich sowas von dabei :). Wenn es nach mir ginge, dann wäre ich gestern bereits in Jogginghose zur Arbeit gefahren ;). Ist halt super bequem. Na okay, kommt nicht so gut... Es geht ja auch nicht nach mir. Aber gern mal nach meinem Diabetes bzw. Blutzucker... Dazu gleich mehr.

Wir, mein Moppi, mein Diabetes und gaaanz viele andere Läufer haben den internationalen Jogginghosentag jedenfalls gebührend in entsprechender Kleidung gefeiert und zwar im Stadion, wo extra für diesen wichtigen Anlass ein Lauf veranstaltet wurde (siehe: Charity-Run zum Internationalen Jogginghosentag - 21.01.2015).

Mein Blutzucker kam sich in der Läufer-Meute anfangs außerordentlich wichtig vor! "Hiiier Aufmerksamkeit, ich!!!", schrie er. Wie peinlich! Das kann er zu schön. Abends Laufen, nööö das war noch nie sein Ding und schon gar nicht (wie gestern vorgesehen) Treppe hoch, Treppe runter, Treppe hoch... Der Garstkopp braucht morgens oder mittags seinen Auslauf. Und wenn ich nicht tue, was er will, dann lässt er mich das auch direkt spüren. ABER ich hab ihn in den Griff bekommen, denn wir wir konnten einen Deal vereinbaren: Ich zeige der Leser-Welt meines Blogs, dass er der Champ des Stadions, die Rampensau schlechthin ist, unter der Bedingung, dass er sich benimmt! Bitte ;):

Der Diabetes-Champ: OmniPod auf die Stirn geklebt. Wenn der Diabetes Aufmerksamkeit haben will... Der Diabetes durfte in meinen warmen Handschuhen beim Jogginghosen-Charity-Run Hannover mitlaufen.
Aber ernsthaft, wenn ich für ein geplantes, lockeres einstündiges Lauftraining
  • die Basalrate 1,5 Stunden vor dem Lauf komplett ausschalte,
  • mit einem Blutzuckerwert von etwa 110mg/dl-180 mg/dl und
  • wieder mit aktiver Basalrate mein Training starte und
  • dann nach dem Lauf nen kleinen Bolus je nach Blutzuckerwert und Glukosetrend abgebe,
dann funktioniert das... MEISTENS. Dann liegt der Blutzuckerwert vor, während und nach dem Training im Zielbereich... MEISTENS. Nur wenn ungewohnte Trainingsbedingungen herrschen, ich eine Jogginghose trage ;) (Spaß) oder das Training zu ungewohnten Zeiten stattfindet, dann muss ich doch noch oft mit Garst- und Sturkopp Diabetes dealen ;). Okay klappt auch nicht immer, es gibt eben keine Bedienungsanleitung für den Diabetes, man kann nur hoffen, dass die angewandten, über Jahre ausgearbeiteten Regeln funktionieren. Oft tun sie das, manchmal aber auch nicht. Schade, aber hat ja niemand gesagt, dass Diabetes einfach ist.

So, wir haben uns dann gestern nach dem Lauf noch in Jogginghose (versteht sich ;)) aufs Sofa gekuschelt und ich habe die Meute zu Hause geknuddelt, denn es war ja auch noch Weltknuddeltag :-***, und auch der will gebührend gefeiert werden!

18.01.2015

Powerfood, denn satt ist nicht genug!

Vorweg sollte ich wohl klarstellen, dass ich nicht daran glaube, dass Functional Food/funktionale Lebensmittel oder Powerfood Krankheiten verhindern oder heilen können. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass gewisse Lebensmittel zum Wohlbefinden beitragen können, wie bei mir etwa Ingwer, Kurkuma, Grapefruit, Chia-Samen, ... Mmmh das schmeckt mir... Nicht! Aber ich esse es trotzdem jeden Tag ein rohes Stückchen von all dem Zeugs ;), außer Chia-Samen, die lasse ich in Wasser oder Kakao aufquellen (besser ist das ;)).

Ich esse
  • Ingwer, weil es wärmt, meinen Reizmagen beruhigt, das Immunsystem stärkt und Muskelschmerzen lindert, quasi die Regeneration nach dem Sport fördert.
  • Grapefruits, weil sie Bitterstoffe (die heute kaum noch in Lebensmitteln vorhanden sind/"weggezüchtet" werden) und wichtige Mineralstoffe enthalten.
  • Kurkuma, weil es mein Immunsystem stärkt und die Verdauung positiv beeinflusst. Angeblich soll es sich bei Diabetikern auch positiv auf die Funktion der Blutgefäße auswirken.
  • Chia-Samen, weil sie Omega-3-Fettsäuren enthalten, ohne Ende Nährstoff-geladen sind, beispielsweise mit Calcium, Magnesium, Zink und vor allem EISEN (hab ständig mit Eisenmangelanämie zu kämpfen) voll stecken. Außerdem halten Chia-Samen bei Marathons und Ultraläufen meinen Blutzucker konstant.

Mein persönliches Powerfood: Ingwer, Kurkuma, Grapefruit, Chia-Samen, Radieschen, Advocado, Zwiebeln

Außerdem setze ich auf Zwiebeln (insbesondere rote), die mir aber auch glücklicherweise schmecken, bevorzugt in glasierter Form ;) (siehe Foto unten). Sie helfen wunderbar bei Halsschmerzen und, es klingt vielleicht "unmöglich", aber sie senken ein wenig meinen Blutzucker. Zumindest bilde ich mir das ein.

Da Eisenmangel bei mir schon zum Dauerzustand geworden ist, es nicht ausreicht diesen mit Rote Beete, Petersilie und grünem Blattgemüse oder anderen pflanzlichen Lebensmitteln entgegenzuwirken, gibt es einmal die Woche ein Stück dunkles Fleisch (Rindfleisch), damit mir nicht die "Luft weg bleibt". Die Eisenmangel-Anämie äußert sich bei mir nämlich mit schwerem Atem, Kraftlosigkeit, Müdigkeit und Herzklopfen. Außerdem sehe ich den Eisenmangel meiner Bindehaut an (wenn ich das untere Augenlid nach unten ziehe), die ist dann nicht rot, sondern weiß/hell rosa gefärbt.

Glasierte Zwiebeln, voll lecker ;)
Bei Fleischverzehr achte ich generell darauf, dass ich es nicht übertreibe. Hört sich vielleicht für den ein oder anderen etwas "eigenartig" an, aber ich finde es weniger schlimm, beispielsweise ein kleines Stück Rind zu essen, als 5 Garnelen zu verspeisen. Das Stück Rind entspricht einem toten Tier (was eigentlich auch schon eines zu viel ist), von dem mehrere Menschen satt werden, während 5 Garnelen eben 5 tote Tiere sind, von denen nicht mal ein Mensch satt wird. 5 tote Tiere, sind 5 Leben!!! Deswegen werde ich wohl auch nie die Vegetarier verstehen, die Fisch essen, aber ansonsten auf Fleisch verzichten.

Soweit von mir und meinem persönlichen Powerfood, das sicherlich nicht heilt oder vor Krankheit schützt, mir aber wohl bekommt. Ich fühle mich besser damit, und wenn ich mir das auch nur einbilde, dann ist das auch okay ;). In jedem Fall sollte man selbst für sich austesten, welches Powerfood für einen persönlich das beste ist. Wissenschaftlich fehlt es jedenfalls längst noch an Beweisen, welche Lebensmittel welchen Nutzen garantiert bringen, bzw. die Gesundheit fördern.

Oben genanntes bekommt mir gut und vielleicht auch dir: Probieren geht in jedem Fall über Studieren. Was ist dein persönliches Powerfood?

15.01.2015

Diabetiker haben Sitzfleisch! Eine Challenge...

"Diabetiker haben Sitzfleisch!" oder "Diabetiker haben nur Audauer im Sitzen", so in etwa könnte doch eine freche Schlagzeile naiver, mit Vorurteilen getränkter Gesundheitspresse lauten. Kann ich in dem Fall aber bestätigen, nur mit der klitzekleinen Ergänzung ;), dass wir Diabetiker zum Sitzen keine Stühle benötigen ;-P. Jawoll ja!

Die Story: Kürzlich fand eine Marketingaktion im Hauptbahnhof Hannover statt: "Welche Stadt hat die fittesten Einwohner?" Ich bin da zufällig dran vorbeigehuscht und dachte mir just, da mach' ich mit. Klar unterstütze ich Hannover, sammele beim Fit&Vital-Städtebattle 2015 auch ein paar Ausdauerminuten im Wandsitzen für meine Stadt ;). Denn die Stadt deren Teilnehmer die meisten Minuten bei dieser Übung zusammenbringt, wird am Ende Sieger des Fit&Vital-Städtebattle 2015 sein. Na kann doch nicht so schwer sein... oder?
Wandsitzen im Hauptbahnhof Hannover - 5 Städte, ein Rekordversuch
Das Ergebnis für Hannover steht bereits: 40.33.57 Stunden haben wir Hannoveraner mit Unterstützung durch ffn-Moderator Axel Einemann beim Wandsitzen insgesamt zusammenbekommen. Ob das reicht, um einen neuen Städte-Rekord aufzustellen, wird sich noch zeigen. Denn bis zum 7. Februar spielt sich die Challenge noch in vier weiteren Städten ab, erst dann wird die beste Battle-Stadt im Wandsitzen gekürt. Weitere Challenges, wo und wann? Na das verrate ich natürlich nicht, denn meinen Blog lesen viele Diabetiker und letztere haben halt das bessere Sitzfleisch ;-P und ich will doch, dass Hannover gewinnt. Okay, okay, schaut hier: Fit und vital durchstarten - Städtebattle

Fast 3:30 Minuten hat mich ffn-Moderator Axel Einemann, der sich netterweise KURZ neben mich gesetzt hat (siehe Foto), jedenfalls unterhalten und mich mit Fragen gelöchert. Dann wurde es mir zu bunt, der hat mir ja nicht mal einen Kaffee angeboten. Grund genug um aufzustehen und zu gehen ;). Na ja so in etwa jedenfalls. Okay, er hat mir aus dem "Stuhl, der gar nicht da war" hochhelfen müssen, mir zur Stärkung ein Brot, gleichzeitig zum Trainieren ein Fitnessband in die Hand gedrückt und mir den Muskelkater meines Lebens versprochen. Wie auch immer ich das jetzt deuten soll ;).

Fit und vital durchstarten: Städtebattle im Wandsitzen. Mit ffn-Morderator Axel Einemann
Den Muskelkater meines Lebens hatte ich zwar nicht (den hatte ich bereits beim ersten Mal EMS erfahren), aber mit dieser Aktion hat er mit bewusst gemacht, dass ich unter Krafteinsatz keine richtigen Antworten geben, bzw. nicht richtig Nachdenken kann und nur wirres Zeug von mir gebe. So hatte er mich nach meinem längsten Lauf und nach meiner besten Marathon-Zeit gefragt. Tja... falls demnächst dann also eine Schlagzeile in der Presse zu lesen ist, wie etwa "Diabetiker läuft 3:30 sitzend 143 Stunden durch den Hauptbahnhof Hannover", dann bin ich damit wohl gemeint.

So und nun bist du dran: Hast du Sitzfleisch? Probier's aus. Diabetiker gegen Stoffwechselgesunde ;-P, damit die Presse was zu berichten hat. Also Kaffee bereitstellen, Laptop auf den Schoß nehmen, damit du nebenbei in meinem Blog lesen kannst ;-P und los geht's...

Fitnessübung Wandsitzen

  • Etwa einen Schritt entfernt mit dem Rücken zur Wand und
  • Füße hüftbreit voneinander entfernt aufstellen.
  • Füße leicht nach außen richten.
  • Mit geradem Rücken an die Wand lehnen und
  • Arme neben dem Körper nach unten hängen lassen.
  • An der Wand nach unten rutschen, bis ein 90 Grad Winkel erreicht ist.
Hinweis: Rücken vollständig an die Wand pressen, Hohlkreuz vermeiden, mit dem Händen nicht auf den Oberschenkeln abstützen!

Zeit läuft, VIEL SPASS!!! Deine Zeit? Verrate sie mir.

11.01.2015

Kreativität a la Mousse au Chocotofulat (ohne BE)

Du suchst nach neuen Ideen? Es fehlt dir an Kreativität? Dann schreib dich nicht ab, sondern iss diese ganz spezielle Mousse au chocolat ;)! Das Rezept verrate ich euch heute.
Kreativität gefragt? Mmmmh, dann genieße diese Mousse au Chocotofulat ;). Zu Hause in meiner Kreativ-Ecke schmeckt sie mir besonders gut ;).
Gerade kürzlich auf meiner Facebook-Seite berichtet, dass ich um Weihnachten rum mal wieder ein bisschen Zeit zum Nähen gefunden hatte. Dazu folgendes Foto mit folgendem Text gepostet:

diabetes-leben.com auf facebook
Just fragte mich jemand, woher ich die Kreativität denn immer nehme, die ich so an den Tag lege. Na die kommt von ganz spezieller Mousse au chocolat. Hätte ich mal nix gesagt, denn jetzt "muss" ;) ich natürlich auch mein "Geheimrezept" ;) verraten. Ich bereite Mousse au chocolat aufgrund meiner vielen Lebensmittelunverträglichkeiten / Nebenbei-Erkrankungen nämlich ganz speziell zu: "Not" macht eben erfinderisch. Aha ;) aus einer Not heraus entstand also auch das Kissen rechts im Bild und viele andere "Kreativ-Projekte".

Aber diese Mousse au Chocotofulat trägt neben der Not natürlich auch ihren Teil zur Kreativität bei. Sie ist übrigens laktosefrei, glutenfrei, hat nahezu null BE/zuckerfrei (für Low-Carb-Anhänger deshalb vielleicht auch nicht uninteressant?) und hat nur wenig Kalorien (für Figur-bewusste also auch ein Volltreffer). Außerdem ist sie im Handumdrehen pippig-leicht mit wenigen Zutaten zubereitet. Ach ja und vegan ist meine Chocotofulat auch noch und jaaa, sie schmeckt fantastisch! Jedenfalls mir ;). Am besten gleich selbst testen!

Ich esse die Chocotofulat ohne BE insbesondere dann sehr gerne, wenn der Blutzucker mich mal wieder ärgert und sich nicht mit Insulin runter drücken lassen will... BIEST! Also guten Hunger und gute Ideen (denn Abschreiben ist out)!


Rezept für Mousse au Chocotofulat

Zutaten
400 Gramm Seidentofu (400 g)
2-3 Esslöffel Kakaopulver
60 Gramm Erythrit (nach Belieben mehr oder weniger)

Zubereitung
Alle Zutaten in eine Schüssel geben, cremig-glatt mixen und kaltstellen.

Das wohl einfachste Rezept der Welt! Guten Hunger!

06.01.2015

Kreativ- und Folterobjekt OmniPod

Er wird bemalt, beklebt, lackiert, bepinselt, genagelt, behämmert, getreten, aus dem Fenster geworfen, eingefroren, gebadet, beschwitzt, unter Strom gesetzt, recyclet ... und jetzt noch geliftet/"gedekopatcht"!?! Was das arme OmniPod-Ding, unsere arme Insulinpumpe, doch so alles über sich ergehen lassen muss.

Kreativobjekt OmniPod

Damit der Pod nicht einfach nur weiß und langweilig am Körper klebt, bemalen, lackieren, bepinseln oder bekleben wir Poddies ihn. In Facebook-Gruppen und Foren finden richtige Challenges dazu statt, getreu dem Motto: "wer hat den 'Schönsten'"? Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Na und damit der Pod, so mühevoll und hübsch wie er gestaltet ist, auch bombenfest drei Tage bei uns Typ-1-Diabetikern auf der Haut kleben bleibt, sich das Pflaster nicht vorzeitig löst, wird er (um auf Nummer sicher zu gehen) an den Körper genagelt: mit Tape fixiert ;).

Folterobjekt OmniPod

Und wenn der Pod nach drei Tagen und acht Stunden gewechselt werden möchte oder beispielsweise einen Verschluss meldet und dann trotz mehrfachen "Ermahnens" nicht aufhören will Alarm zu schlagen/lauthals zu piepen, wird er wütend aus dem Fenster geschmissen. Es wird wie wild auf ihn draufgetreten, mit dem Hammer auf ihn eingeschlagen oder ins Tiefkühlfach gesperrt, bis er Ruhe gibt, bevor er dann in der Recycling-Box entsorgt oder bei technischem defekt eingeschickt wird. Zu seinem Glück kommt das nur selten vor, denn er ist meistens ein ganz lieber, friedlicher und treuer Wegbegleiter, der scheinbar weiß, was ihm blüht, wenn er nicht artig ist.

Wir Poddies können aber nicht ohne unsern Alltagshelden. Überall muss er mit hin. Nix läuft ohne ihn: Arbeit, Urlaub, Sauna, Yoga, Therme, Massage, Marathon, Spinning, Schwimmen, Party, Shoppen und sogar mit ins Bett muss er! Mich muss er sogar ins Bodyforming-Studio begleiten und sich gemeinsam mit mir elektrisch stimulieren lassen. Wuhuuu ;).

OmniPod geliftet


Nun habe ich mir aber was Besonderes für meinen tapferen Wegbegleiter ausgedacht. Er hat sich halt auch mal ein bisschen Wellness verdient und auch ein bisschen Lifting nötig. So habe ich mir Patch-Paper (auch mit Servietten möglich), Patch-Art-Kleber, Pinsel und Lack besorgt und ihn damit "eingeölt". Er sieht doch gleich viel jünger aus, oder? Na und damit seine neue Kosmetik im Wasser nicht verschmiert, seine (in dem Fall Schlangen-)Haut zumindest für drei Tage frisch bleibt, habe ich ihn noch gut versiegelt.

Ein OmniPod muss bunt gestaltet sein: gleichgültig ob bemalt, lackiert,beklebt oder mit Serviettentechnik aufgehübscht


Und so geht's:

Funktioniert auf fast allen Oberflächen (vielleicht will ja der ein oder andere auch sein Blutzuckermessgerät oder PDM aufhübschen ;))
  1. Beliebiges Patch-Papier/Serviette (Stichwort Serviettentechnik) in kleine Stücke zerreißen oder zerschneiden.
  2. Den (Paper)Patch-Klebstoff auf den Pod auftragen.
  3. Stück für Stück die Schnipsel nebeneinander auf den Pod legen, Schnipsel drüfen/sollten sich ruhig überlappen.
  4. Eine neue Schicht des Klebstoffs über die aufgeklebte Patch-Papier-/Serviettenschnipsel auftragen (am besten von der Mitte gegen die Außenkanten streichen).
  5. Wiederholen, bis der Pod beklebt ist.
  6. Dann etwa eine Stunde trocknen lassen.
  7. Mit Paper Patch Lack überstreichen, das gibt Glanz und ist wasserfest!
Na und wer's nachgemacht hat, bitte posten. Ich will eure Kunstwerke sehen und mich inspirieren lassen.

04.01.2015

Ich bin dann mal Om!

Burnout, Diabetes-Burnout, Freizeit-Burnout...? Schluss-mit-lustig-Burnout! Om...

Blutzuckermanager und der eigentliche Job

Ich gebe es zu, ich schimpfe viel über meine Blutzuckerwerte, wenn sie nicht spuren wollen. Dieses ewige Rauf-und-Runter, das man sich nicht wirklich erklären kann, nervt halt. Ich werde mich wohl nie daran gewöhnen, dass ich als Typ-1-Diabetiker neben meiner eigentlichen beruflichen Laufbahn (die bereits 50 Stunden die Woche in Anspruch nimmt) noch ne zweite am Hacken habe, die nicht weniger anstrengend ist. Man ist nebenbei mal eben noch als Diabetes-Manager tätig und in Sachen optimaler Blutzucker rund um die Uhr im Einsatz. Man hat halt eine verantwortungsvolle Aufgabe eines Organs, also die der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zu übernehmen. Stress, unregelmäßiger Schlaf und unregelmäßiger Tagesablauf, Ernährung, Training oder einfach nur irgendwelche "doofen" Hormone, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind, zählen zu den Faktoren, die den Blutzucker aus der Bahn werfen (können). Was wiederum zu lästigen, teils völlig überflüssigen und sorry dämlichen Grübeleien führt. Wen wundert's, dass Diabetiker schneller Burnout und Depressionen bekommen? Und so etwas ist durchaus ernst zu nehmen (habe es selbst "hinter" mir)!

Dexstar (Dexcom G4 von Nintamed) unterstützt mich in meinem Job als Blutzuckermanager!

Leistungsdruck und Wettbewerbsgedanke in der Freizeit

Aber damit genau das nicht (mehr) passiert, habe ich viele Hobbys, die mir gut tun. Meine damalige Therapeutin hat mir geraten, Dinge zu tun, die mir Spaß machen, die kein "du musst, du musst, du musst" vorsehen. Ich laufe deshalb viel, betreibe Krafttraining, Schwimmen und Spinning (damit meine ich nicht die Kurse die ich leite, sondern ich fahre bewusst auch nur für mich). Außerdem nähe, bastele, zeichne ich gern in meiner Kreativ-Ecke zu Hause (siehe auch "Diabetes und Kunst"). Lesen ist auch etwas, was mich entspannt (gerne auf langen Zugreisen). Spaß habe ich mittlerweile auch am Backen und Kochen gefunden (auch wenn ich es nicht gut kann), insbesondere dann, wenn die Rezepte etwas ausgefallen sind (wie etwa die Kacki-Kekse) . Gern kombiniere ich auch die Geschmacksrichtungen süß und salzig/scharf (siehe Foto) und probiere Neues aus. Ach ja und ganz nebenbei habe ich da noch nen Moppi, ne Miaule und einen Blog, die natürlich "unterhalten" werden wollen ;).

Dass sich heute jedoch auch in der Freizeit immer mehr der Leistungsdruck-, Konsum- und Wettbewerbsgedanken einschleichen, ist natürlich auch an mir und meinem Blutzucker(verhalten) nicht vorbei gegangen. Schade, das dem so ist. Aber...

Yoga verleiht Om!

... Mein neues Hobby hilft, damit die vielen Freizeitaktivitäten, die ich betreibe, nicht in einem weiteren Burnout enden, dem Freizeit-Burnout. Hierbei hat ein "Höher, schneller, weiter" noch weniger verloren als im Job oder bei Blutzucker- oder HbA1c-Battles (auch so etwas soll es ja geben). Welches weitere Hobby? Ich habe mit Yoga angefangen. Ausgerechnet? Gerade in Situationen, in denen dir der Diabetes oder auch andere Dinge einfach über den Kopf wachsen, kann ich durch Yoga wieder Kraft tanken und meine Energie aufladen. Außerdem habe ich dadurch mehr Zeit, weil es meine Gedanken ordnet und mich beim "Prioritäten setzen" unterstützt.

In diesem Sinne, ich bin dann mal Om...
Diabetes trifft Yoga! 

02.01.2015

Ayurveda-Massage: für Diabetiker streng verboten!

Wir, das sind Moppi, Garstkopp (mein Diabetes) und ich, wollten es im Jahr 2014 noch irgendwie hinbekommen (wenn auch auf den letzten Drücker) runterzukommen und zu entspannen! Die letzten zwei Tage des Jahres wollten wir zu zweit... ähh dritt (wie konnte ich Garstkopp nur vergessen ;) mitzuzähen), mit Wellness und Massagen genießen. Gleichgültig an welchem Ort, wir wollten einfach nur raus aus dem Trott, den Alltagsstress hinter uns lassen, uns mal so richtig verwöhnen und es uns gut gehen lassen.

So kam es, dass wir kurzfristig die Cleopatra-Suite in der Hotel-Pyramide buchten, ein Hotelzimmer mit Panoramablick, Wasserbett und Whirlpool. Die Hotel-Pyramide selbst bietet zudem Wellness, Sauna, Fitness, Laufbahn und Massagen an. Doch ausgerechnet letztere sollte mir (als Typ-1-Diabetikerin) zum Verhängnis werden bzw. wäre mir laut Ayurveda-Tante zum Verhängnis geworden, wenn sie die Massage tatsächlich durchgeführt hätte!!!

Cleopatra-Suite in der Hotel-Pyramide in Fürth, ein schöner Ort zum Entspannen. Das volle Wellness-Programm für meinen Mann, mich und den Garstkopp (meinen Diabetes/Blutzucker)
Morgens um 10:00 Uhr nach dem Frühstück freuten wir uns jedenfalls schon riesig auf eine jeweils 80 Minuten lange Kneterei. Doch die Vorfreude sollte nur genau so lange anhalten, bis die Ayurveda-Tante anreiste (extern, sie gehört glücklicherweise nicht zum "Inventar" des Hotels) und ich sie darauf hinwies, dass ich einen OmniPod trage. Denn dann erlebte ich das, was ich in 18 Jahren Diabetes-Karriere noch nicht erlebt hatte:

Sie gab mir fast frech zu verstehen (so in etwa):

"Tja, das hätten Sie mir vorher sagen müssen, dass sie Typ-1-Diabetes haben. Bei Ayurveda-Massagen mische ich im Vorfeld spezielle, heilende Öle, die ich anwende und zwar individuell auf jeden zugeschnitten. Das ist nicht mit einer herkömmlichen Massage zu vergleichen. Meine Massagen sollen nicht der Entspannung dienen, sondern medizinisch wirken.

Hö? Sie kennt doch ihre anderen Kunden auch nicht vorher und muss auf (fast) alle Fälle vorbereitet sein. Außerdem war uns nicht einmal bewusst, dass wir eine Ayurveda-Massage bekommen, geschweige denn Heilung von unheilbaren Krankheiten erfahren sollten ;D. Shiatsu-, Thai- oder meinetwegen auch "Frei-von-Krankheit"-Massage wären uns auch recht gewesen, wenn diese "verdammt noch mal" einfach nur entspannt.

Sie fuhr fort:
... Außerdem wird durch die Öle alles schmierig, auch ihr Pod.

Ach was ;)? Und den Pod-Bereich (diese etwa sieben Zentimeter), kann man den nicht aussparen? Einmal wöchentlich auf der Arbeit komme ich auch in den Genuss einer Massage, dabei wird auch Öl benutzt und der Pod-Bereich halt nicht mitmassiert.

... Und wenn Sie einen Kreislaufzusammenbruch erleiden, dann kann ich das doch nicht verantworten. Und Diabetes, der Typ 1, der ist besonders gefährlich. Das geht nicht. Das sollten Sie doch wissen! Ich kann die Massage bei Ihnen nicht durchführen!

Vorsicht, dass Sie sich nicht anstecken!!!

... Alternativ kann ich Ihnen aber gerne eine Bein- und Fußmassage anbieten. 

Nein Danke, ich verzichte gerne. Diabetiker haben's doch alle mit den Füßen. Letzteres habe ich mir dann doch verkniffen, sonst hätte die es wohl möglich noch ernst genommen. Moppi hatte dann auch keinen Bock mehr auf die Tante. Und Tschüss...

Sie rief uns noch hinterher:

Die 100 Euro muss ich Ihnen trotzdem berechnen, schließlich bin ich extra angereist.

Natürlich! Geht es noch??? So Beschwerde war fällig und die 100 Euro haben wir natürlich nicht gezahlt. Das Hotel-Personal, bei dem ich mich beschwerte, konnte meine Entrüstung voll und ganz verstehen und hat sich mehrfach bei uns entschuldigt.

Wenn es auch keine Massagen gab, konnte ich aber mit Moppi und Garstkopp anfangs erwähnte Angebote des Hotels: Whirlpool, Wasserbett und nicht zu vergessen: Spezialitäten wie
Baumstriezel genießen (siehe Foto oben)! Die Massage wird nachgeholt, aber nicht bei der Ayurveda-Tante versteht sich, sondern eben in Hannover, in der Massagepraxis unseres Vertrauens ;).
Tschüüüüß Hotel-Pyramide in Nürnberg. Erholsam war es, wenn es auch keine Ayurveda-Massage für mich gab :( / für Typ-1.Diabetiker gibt.