18.06.2013

Ein Hobby des Körpers: Insulin sammeln?

Sammeln ist ein blödes Hobby! Mein Katze sammelt meine Blutzuckerteststreifen und Zopfgummis, mein Mann sammelt Computerspiele-Kartons, Hollo (Sauce Hollandaise) und Kaffeebohnen und mein Körper scheinbar manchmal Insulin und ich muss dann das Chaos beseitigen ;).

Ihr kennt das vielleicht auch: An manchen Tagen spritzt ihr euch Insulin noch und nöcher und der Blutzucker will sich einfach nicht absenken lassen? Korrekturspritzen, Korrekturspritzen, Korrekturspritzen... ist angesagt und es tut sich nichts. Gar nichts! Manchmal steigt der Blutzuckerwert sogar trotz des vielen Insulins, das du verabreicht hast, noch weiter an. Den Tag verbringst du also mit erhöhten Blutzuckerwerten und erfolglosen Korrekturspritzen. Die Wende dann am nächsten Tag: du stehst mit einem Wert von unter 80mg/dl auf. Basalrate wird vorsorglich etwas abgesenkt. Dennoch die erste Unterzuckerung kurze Zeit später. Traubenzucker Haribo-Konfekt ;) her. Danach setzt sich das "Spielchen" fort. Du benötigst den ganzen Tag kaum Insulin und senkst die Basalrate ab oder/und isst wie ein Scheunendrescher um nicht zu unterzuckern.
Fotolia.com/www.diabetes-leben.com: Gibt es eine Sammelstelle für Insulin im Körper?
Wie ist das zu erklären? Gestern wirkte kein Insulin und heute dann dafür richtig? Stress, Hormone, Wetter, Infekt, schlechter Tag ... grübel, grübel, grübel... Essen, Sport... alles wie immer... keine besonderen Vorkomnisse. Das Ergebnis der Grübelei lautet: schlau wie je zuvor.

Gestern habe ich mich mit Valli getroffen und wir haben genau über dieses Thema diskutiert, weil es ihm genauso bei einem Tennis-Match am Tag zuvor erging. Der Blutzucker wollte trotz des Sports und des vielen Korrekturinsulins nicht absinken. Und als wir dann gestern da so nett im Café saßen, unterzuckerte er... Valli hat glücklicherweise ein CGMS, dass ihn rechtzeitig vor der drohnenden Unterzuckerung gewarnt hat, so dass wir schnell eine Eisdiele aufzusuchen MUSSTEN ;). Okay, war jetzt kein Skandal, denn bei den Temperaturen schmeckt das Eis ja besonders gut. Bei ihm trat also genau der Fall ein, den ich soeben beschrieben habe.

Bei einer Shoppingtour haben wir dann weiter über das Thema diskutiert, natürlich ohne Ergebnis. So machten wir unsere Späßchen, dass sich vielleicht ein Insulinpool in Diabetikern befindet, bzw. eine Insulinsammelstelle, die das ganze gespritzte Insulin ersteinmal aufnimmt und bis zur Überfüllung ansammelt. Und erst dann wird das Insulin freigesetzt und kommt genau dann zur Wirkung, wenn du es gerade nicht brauchst. Grrr...;). Nun ja vielleicht ein bisschen weit hergeholt ;).

15.06.2013

Unio™ – Gastbeitrag über das neue Blutzuckermesssystem von Ypsomed

Heute bin ich schreibfaul ;) und übergebe einer treuen Blog-Leserin, Rebecca B., das Wort. Sie hat mir übrigens auch, als ich Anfang des Jahres vor der schweren Entscheidung der richtigen Insulinpumpen-Wahl stand, zum OmniPod geraten und ich habe sie inzwischen sehr ins Herz geschlossen. Sie hat Ypsomeds neues Blutzuckermesssystem Unio™ und die Stechhilfe mylife Autolanceganz genau unter die Lupe genommen, getestet und einen Bericht darüber verfasst. Ich bin dann also mal still...

Mein haariger "Kontrolleur" (ein hochintelligenter Terriermischling) und ich (eine Typ-I-Diabetikerin seit mehr als drei Jahrzehnten) staunten nicht schlecht, als wir den Reißverschluss der stylischen Tasche des neuen Blutzuckermessgerätes öffneten und das moderne Blutzuckermessgerät von Ypsomed mit zugehöriger Stechhilfe in edler, schwarzer Brilliant-Optik zum Vorschein kam. Das Blutzuckergerät ähnelt einer Mischung aus einem MP3-Player und einem Tamagotchi. Die einzelnen Bestandteile des UNIO-Systems sind derart "klein gehalten", dass diese neben meinem Portemonnaie, Handy und Haribo-Roulette-Stangen im „Ausgehtäschchen“ verstaut werden können.

Nach Einrasten des Blutzuckerteststreifens, in der für Ypsomed typischen Gold-Elektroden-Form, erfolgt die Navigation durch das Programm. Die benutzerfreundliche Oberfläche ist sehr strukturiert aufgebaut, quasi „kinderleicht“ zu bedienen. Nach einer Wartezeit von ca. fünf Sekunden, die durch die Anzeige einer Sanduhr überbrückt wird, erscheint nach Auftragen des Blutes der gemessene Blutzuckerwert. Dieser lässt sich mit den unterschiedlichsten Markern (vor dem Essen/nach dem Essen/Sport/Krankheit/speziell) versehen. Darüber hinaus können Durchschnittswerte der Blutzuckerwerte erstellt werden; ebenso ist die Eingabe von vier variablen Alarmzeiten möglich. Die Mini-USB-Schnittstelle mit drei verschiedenen Softwareprogrammen gewährleistet die Führung eines elektronischen Tagebuches. Egal ob die Blutzuckermessung am Tag oder in der Nacht durchgeführt wird, der Hintergrund schimmert in kristallschwarz auf perlfarbener Datenanzeige.
Unio™ von Ypsomed, Rebeccas Erfahrungsbereicht
Nicht zu vergessen: Bei jeglichen Änderungen der Systemeinstellungen zwinkert uns ein Smiley zu... Spätestens an dieser Stelle kommt bei mir folgende Frage auf: „Welchem Hersteller ist es denn bis dato gelungen, die ernsthafte Thematik des Blutzuckermessens mit solch einer spielerischen Art zu verbinden? Die kompakte Stechhilfe mylife Autolance ähnelt einem edlen Füllfederhalter. Verwechslungen haben hierbei schon statt gefunden ;). Das Besondere an der Stechhilfe ist, dass das Stechen durch einfachen Druck mit dem Finger stattfindet und die Stechhilfe automatisch nachlädt. Die neuartige Technik der mylife-Stechhilfe in Verbindung mit Microfine-Lanzetten (!) ist mit einer weitaus schmerzärmeren Blutgewinnung verbunden. Aufgrund meines empfindlichen Hautbildes habe ich meine alte Stechhilfe umgehend durch die mylife-Autolance ersetzt. Insbesondere für Kleinkinder, Schulkinder und Teenager aber auch „groß gebliebene“ Kinder ist dieses Blutzuckersystem aufgrund seiner kinderleichten Navigation und benutzerfreundlichen Oberfläche sowie der variablen Alarmfunktionen zu empfehlen!

Danke Rebecca für deinen hilfreichen Erfahrungsbericht mit dem Blutzuckermesssystem Unio™ und wir hoffen natürlich auf weitere med.-technische Entwicklungen...

12.06.2013

Dosenfutter!

Ich kann es nicht mehr sehen: Dosenfutter ;). Für gewöhnlich esse ich es auch nicht, jetzt nicht wegen des Diabetes oder irgendwelchen gesundheitlichen Bedenken, sondern ich finde, dass es so einen säuerlichen Nachgeschmack hat. Aber nun habe ich Hendrik und mich in letzter Zeit damit ein wenig füttern müssen(!). Miaule mag ja auch kein Nassfutter aus der Konservendose (sie weiß eben auch was gut ist ;)), insofern mussten Hendrik und ich also herhalten ;). Die Family wurde natürlich auch angestachtelt, Konservenfutter, insbesonderes welches aus stylischen Dosen, zu essen. Warum? Ich brauchte halt ein neues "Stifteregal" (siehe Foto) ;). Und warum ich in meinem Diabetes-Blog darüber berichte?

Ganz einfach: die Auswirkungen von Dosenfutter auf meinen Blutzucker sind sehr eigenartig. Die BE-Angaben auf den Konservendosen, die ich ausnahmsweise mal ganz genau nehmen wollte, verwunderten mich in Hinblick auf meinen Blutzucker sehr. So habe ich beispielsweise mit einem Blutzuckerwert, der sich über Stunden zuvor bei ewa 80 mg/dl hielt genau eine BE Mais aus der Dose gegessen und den Blutzuckerwert danach mit CGMS beobachtet ohne mich sportlich zu betätigen, etwas anderes zu mir zunehmen oder mich sonstigen außergewöhnlichen, stressigen,... Situationen auszusetzen. Habe das sehr ernst genommen, wie einen Basalratentest. Nun musste ich feststellen, dass sich mein Blutzucker innerhalb von einer halben Stunde bereits auf über 220 mg/dl erhöhte :-O. Also habe ich schnell Korrektur gespritzt/Bolus abgegeben...
Andy Warhols berühmte Campell's Tomatensuppen-Dose habe ich mit in mein neues Dosen-Stifteregal eingebaut. Vielleicht auch ein interessantes Regal für Diabetes-Utensilien? Leicht gemacht, setzt allerdings das Essen von Dosenfutter voraus ;).
Das gleiche Spiel wiederholte ich ein paar Tage später mit einer BE Nudeln aus der Dose (bäh, wirklich nicht zu empfehlen ;)!!!). Was soll ich sagen: Der Blutzucker erhöhte sich um gerade mal 20 mg/dl! Okay vielleicht hatte ich mehr von der Tomatensoße und weniger von den Nudeln erwischt? Also weiterer Test mit Erbsen, Kidney Bohnen und Erdbeeren (büüahh, schon mal Erdbeeren aus der Dose gegessen?)... Ergebnis? Absolut null Übereinstimmung: Eine BE erhöht meinen Blutzucker eigentlich um 40 mg/dl, diese Rechnung ging nicht auf! Was mich noch mehr wundert, dass die Angaben, beispielsweise von verschiedenen Dosen Artischocken, trotz fast identischer Zutatenliste (andere oder zusätzliche E-Nummern waren mit drin) bezüglich ihrer Nährwertangaben teils sehr stark voneinander abweichen. Na ja im Prinzip auch egal, wenn ich den Angaben eh nicht wirklich trauen kann.

So musste ich damit leider ;) wieder einmal feststellen, dass mein Körper keine Maschine ist. Manchmal würde das allerdings das Leben um einiges erleichtern. Die Hormone würde ich manchmal schon gern steuern können. Wie formulierte es mein Lieblingskünstler Andy Warhol: "I'd like to be a machine, wouldn't you?" Jedenfalls ist mir durch diesen Test wieder einmal klar geworden, dass ich anhand von Abschätzen der Mengen an BE oft besser fahre und lieber meiner eigenen BE-Tabelle - die ich mir durch Testen verschiedener Lebensmittel die ich gern und oft esse, erarbeitet habe – treu bleibe. Und auf Dosenfutter kann ich gut und gern verzichten ;).