21.12.2014

Auch ein Diabetiker-Keks will gemocht werden!

Einsam und verzweifelt: auch ein Diabetiker Keks will gemocht werden!
Der Sinn eines Kekses ist es doch gemocht, begierig schmatzend geliebt und dann wie wild verschlungen zu werden! Doch nicht jeder Keks darf dieses Glück erfahren, wie etwa meine selbst gebackenen "Diabetiker-Kekse" oder vielmehr Diabetes-Kekse.

Von vorn: So, endlich Urlaub dachte ich noch, mal runterkommen (damit meine ich den Blutzucker und mich)! Erstmal entspannt ne Runde Kekse backen, die neuen Ausstechformen ausprobieren. Moment... Finde den Fehler! Ich kann nicht gut backen und verliere regelrecht meine Geduld dabei. Also nix mit ENTSPANNT Kekse backen. Tja und da ich mir auch aufgrund einiger meiner Lebensmittel-Unverträglichkeiten, sehr spezielle Rezepte zum Nachbacken raussuchen muss, war eigentlich schon von vornherein abzusehen, dass mein Gebacke nur schief gehen konnte. Aber Versuch macht bekanntlich klug und ich liebe Herausforderungen, manchmal... ein bisschen. Nun ja, Rezept Nummer eins: die Möhrchen-Kekse mit Mandelmehl (zufällig in einem Forum drüber gestolpert) landeten leider schlechten Gewissens (ich schmeiße eigentlich nie Lebensmittel weg) im Mülleimer :/. Da war leider rein gar nichts mehr von zu retten. PAMPE!

Okay, also habe ich mir aus dem Netz und meinem Kinder-Koch-und-Backbuch die einfachsten Rezepte rausgesucht, die ich für Ausstechplätzchen überhaupt finden konnte ;). Mir war schon fast egal, ob ich sie überhaupt vertrage/essen kann. Ich verschenke sie auch gern. Mir doch egal... NICHT! Verdammt, ich wollte doch einfach nur ganz entspannt backen, sooo gerne meine neuen Ausstechformen ausprobieren und den Urlaub mit Keksen knuspernd einläuten lassen. Also gut: mein Koch-und-Backbuch (wie altmodisch, siehe Foto rechts) richtet sich wie erwähnt also an die Zielgruppe: Kinder! Perfekt für mich Back-Dummi. Dennoch sind die Kekse mit "kinderleichter" Back-Anleitung und sogar mit Hilfe von Hendrik (oder vielleicht gerade deshalb ;-P) nicht wirklich was geworden. Problem: der Teig klebt, an der Teigrolle, an den Händen, in der Küche, unterm Schuh, an der Katze... Na ja so in etwa.

Manno, aber Steff will DOCH! Mein neuer, cooler Back-Stempel, mit dem man nette Botschaften/Telefonnummern/Namen auf die Kekse stempeln kann DOCH, und außerdem die Katzen-, Hunde- und Diabetes-Monster-Ausstechformen DOCH, die ich mir extra gekauft hatte DOCH. Ich hatte mir das alles schon so schön ausgemalt DOCH ;). So schnell wollte ich also nicht aufgeben und mit meinem Gewissen hätte ich es auch nicht vereinbaren können. Also habe ich noch ein bisschen rum experimentiert und den Teig (hier das Rezept) dann nahezu gefroren ausgerollt (dann klebt er nämlich nicht so, ja ja die Weisheit einer waschechten Backfee ;)) und siehe da es hat zumindest halbwegs geklappt.

Diabetiker-Kekse/Diabetes-Keks: garantiert mit Zucker und dennoch nicht gemocht?
Sind das Diabetiker-Kekse? Ja von einer Diabetikerin mit Liebe und wenig Geduld gebacken: Diabetes-Monster, dicke Zucker(perlen)-Katzen und Diabetes-Krümel-Monster-Kekse
Okay, die mit der Katzenform aus dem Teig ausgestochenen Katzen sind nach dem Backen regelrecht aufgegangen wie Hefeklößchen. Mann, dann gibts halt fette Katzen. Schmecken doch umso besser ;-P.

Sie schmecken wirklich besser als sie aussehen: meine selbstgemachten Diabetiker-Kekse!
Okay okay zugegeben, ich gewinne mit meiner "Keks-Eigenkreation" vielleicht keinen Keks-Design-Award ;-D, ABER schmecken tunse allemal... ODER???? Alle Kekse sind bereits aufgefuttert, AUSNAHME: die Kekse mit der Aufschrift "Diabetes"!!! Warum da Diabetes draufsteht? In meiner Wut auf den Keks-Teig, die gesamte Backaktion und den neuen "von-wegen-coolen" Backstempel, fiel mir nur "Backen ist ein Garstkopp" ein, eine Botschaft die auf den Keks sollte. Dumm nur, dass dem "coolem Backstempel", nur jeder Buchstaben zweimal beiliegt und ausgerechnet das zweite "a" sich verabschiedet hatte. Na ja Diabetes und Garstkopp sind für mich Synonyme! Aber ich denke, dass auch diese Kekse trotz ihrer abschreckenden Aufschrift im Laufe des Tages, des vierten Advents, ihrer wahren Bestimmung zugeführt werden. In diesem Sinne genüsslichen vierten Advent!

19.12.2014

Blutzucker auf Ski-Exkursion?

Gestern war ich völlig neben der Spur. Wen wundert's... BLUTZUCKERCHAOS, das sich gewaschen hat! Ich habe keine Ahnung, an was für einer Ski-Exkursion mein Blutzucker teilgenommen hat, in jedem Fall ohne meine Erlaubnis!!! Dazu sei angemerkt, dass er erst im Februar 2015 18 Jahre alt, sprich volljährig wird und erst dann alleine entscheiden darf, was er für Reisen unternimmt und was für Partys er feiert. Mit 18 Jahren sollte er dann ja ENDLICH!!! zur Vernunft kommen.
Blutzucker auf Ski-Exkursion?!
Während der Blutzucker gestern (und auch die letzten Tage und Wochen) jedenfalls im grünen Bereich lag und die Glukosewerte eine nahezu völlig gerade Linie bildeten, war heute ABSOLUTES unerklärliches Blutzuckerchaos Programm. Das Bild (oben) spricht Bände. Krass, oder? Sieht aus wie ne nächtliche Hüttengaudi mit verschneiter Slalom-Abfahrt (oder vielmehr Skischanzen-Sprung) am nächsten Tag. Holla die Waldfee... Nur leider finde ich das keineswegs witzig.

Es folgt wie üblich die Frage nach dem "Warum", denn der gestrige Tag verlief wie der heutige Tag und ebenso die Nacht (jedenfalls das, was ich davon jeweils mitbekommen habe): Ich habe sogar nahezu an beiden Tagen das Gleiche zu gleichen Zeiten gegessen und entsprechend den Insulinbolus gespritzt und es war das gleiche Basalratenprofil aktiv! Ich habe auch nicht mehr oder weniger Stress, Sport, Schlaf als gewohnt gehabt. DAMN!

Es kommen nun also weitere Fragen auf:
  • Stimmen die Messwerte? Habe ich auf dem CGM-Sensor geschlafen?
  • Habe ich das richtige Basalratenprofil "scharf" geschaltet?
  • Sitzt der OmniPod richtig?
  • Läuft eventuell Insulin daneben?
  • Habe ich auf dem Pod geschlafen, so dass die Insulinzufuhr heute Nacht unterbrochen war?
Ergebnis: Die Messwerte stimmen, das richtige Basalratenprofil ist eingestellt, der Pod sitzt richtig, denn sonst würde das Korrektur Insulin keine Wirkung zeigen. Insulin läuft auch nicht daneben, Pflaster ist trocken. Mhh, also habe ich auf dem Pod oder auf dem Sensor geschlafen? Dann habe ich komisch geschlafen, denn der Pod sitzt auf dem Rücken, ich schlafe nie auf dem Rücken. Und selbst wenn, wäre dann so ein krasser Anstieg möglich? Der CGM-Sensor sitzt auf meinem linken Arm, ich schlafe grundsätzlich auf der rechten Seite. Ich habe mich heute Nacht allerdings auch nicht schlecht gefühlt oder musste auch nicht vermehrt die Toilette aufsuchen.

Tja und nun ist es, wie es immer ist: Du machst dir Gedanken noch und nöcher und stellst wieder einmal fest, dass du auf die Frage nach dem "Warum" keine Antwort finden wirst und beim nächsten Mal wird es wieder genauso sein. Das Basalaratenprofil zu ändern, wäre Quatsch, denn in der Regel passt es ja, nur bestimmen eben Regeln die Ausnahmen. Aaaaah!!!

Wie viel Zeit darf son doofer Diabetes (allein für Grübeleien/Rechnereien) am Tag eigentlich in Anspruch nehmen? Jemand schon mal ausgerechnet wie viel Zeit son Diabetes am Tag kostet? Ich habs ja schon immer gesagt: Diabetes ist für uns ein zweiter FULLTIME-JOB, während der Diabetes selbst vorzugsweise Ski-Exkursionen unternimmt und Hüttengaudis feiert! Aber wenn er im Februar erst mal 18 wird... ES KANN DOCH NUR BESSER WERDEN!!! Schließlich ist er dann doch erwachsen, oder?

14.12.2014

Schwimmer/in für unsere Ironman-Diabetes-Typ-1-Team- Challenge gesucht!

Schwimmen, Radeln, Laufen... wäre da nicht das Schwimmen!

Für die längste ausgetragene Langstrecken-Distanz im Triathlon suchen wir DICH für eine Team-Challenge. DICH, das bist DU, genau DU, ebenfalls Typ-1-Diabetiker/in, der/die uns allerdings mindestens eins voraus ist: Du kannst schwimmen. Das können wir nicht. Also an sich schon, aber nicht gut genug. Wir, das sind: der Maximiliam (Baujahr 1979) von Diabetes und Sport und ich (Baujahr 1982), die gerne mal einen Ironman finishen möchten. Hilfst du uns dabei?

Maximiliam ist mehrfacher (langsamer) Marathonläufer (Marathon 3:45:00 h und Halbmarathon 1:35:41 h) und viel wichtiger Langstreckenradfahrer: 642km am Rennrad in 24h, längste Non-Stop Strecke auf dem Rennrad 1042km!!! Maximiliam übernimmt daher die 180,2 Kilometer auf dem Rad, mir reichen die 42,195 Kilometer ja völlig hin, allerdings dann ohne Rad ;). Also auch nicht unbedingt weniger anstrengend, na ja für mich irgendwie schon. Um auch noch mal meine stärksten Leistungen zusammenzufassen: Mein bis dato längster Lauf: 143 Kilometer in 24 Stunden. 10 Kilometer schaffe ich immerhin in 45,02 Minuten (und 2015 werden die 45 Minuten geknackt). So hast du in etwa eine Vorstellung, welches Ziel wir einschlagen. 

Da fehlt noch ein Schwimmer für unsere IRONMAN-Diabetes-Typ-1-Team Challenge
Wir rechnen demnach nicht mit einen Weltmeistertitel, es sei denn du hast es voll raus und stellst im Schwimmen Weltrekorde auf, dann hätten wir vielleicht noch eine klitzekleine Chance ;). Komm, sind doch nur 3,8 Kilometer ;), Maximilian und ich müssen viel längere Distanzen bestreiten ;-P.  Spaß beiseite: Eine gute Voraussetzung ist es, wenn du dich die knapp vier Kilometer problemlos "über Wasser halten" kannst. Dafür benötige ich übrigens über zwei Stunden. Ha, du hast gelacht! Ich hab's genau gesehen! Also gehörst du in unser Team.

Fassen wir noch mal zusammen: Wir wollen also gemeinsam einen Ironman bestreiten, nicht den Weltmeistertitel holen, hätten aber nix dagegen ;-P. Wichtig ist uns der Spaß an der Sache, den wir im Typ-1-Diabetiker-Ironman-Team sicherlich haben werden!  Wenn du dich als Typ-1-Diabetiker/in nun angesprochen fühlst, weil du für 3,86 Kilometer keine zwei Stunden brauchst, so wie ich, dann meld dich einfach über das Kontaktformular hier im Blog oder bei Maximiliam, dann schmieden wir gemeinsam mit dir weitere Pläne. Wäre super, wenn du dich kurz vorstellst und deine Schwimmzeiten mitteilst, damit wir deine Leistung in etwa einschätzen können.

Los komm, auf geht's:

3,86 km Kilometer Schwimmen:   HIER KÖNNTE DEIN NAME STEHEN
180, 2 Kilometer Rad: Max
42,195 Kilometer Laufen: Steff

Dabei? Wir freuen uns auf dich und auf die Ironman-Typ1-Team-Challenge! Natürlich freuen wir uns auch über Sponsoren, die unser Vorhaben aktiv unterstützen möchten! Platz für Dein Firmenlogo ist auf Radtrikots, Laufshirts und der knappsten Badehose reichlich vorhanden!

In diesem Sinne: all meinen Lesern noch einen besinnlichen dritten Advent! Dritte Advent? Drei? Nummer drei in unserem Ironman-Team fehlt doch noch, bzw. Nummer eins von drei! Also ich zünde erst die dritte Kerze an, wenn wir nen Schwimmer für die Ironman-Typ-1-Team-Challenge gefunden haben. Also bitte meldet euch schnell, ich möchte doch auch Advent "feiern" ;)

11.12.2014

Kacki-Kekse, wenn mal wieder alles Scheiße is(s)t!

Nicht Jammern, Kacki-Kekse essen!
Blutzucker/Diabetes Scheiße, alles Scheiße. Man kann aufstehen und spontan ALLES Scheiße finden! Muss man aber nicht ;). Aber am Ende ist doch sowieso alles Scheiße ;)! Stopp! Natürlich ist manchmal alles Murks. Und dann wird gejammert, was das Zeug hält. Nun ja, so lange es nicht ausufert, kann das Gejammere und Geklage ja sogar ganz nützlich sein: Wir bedienen uns dabei alle unterschiedlichen Jammer- und Klagetechniken und verschlüsseln darin unterschiedliche Botschaften. Das entlastet und lässt Wünsche und Grenzen erkennen. Dann wird weiter überlegt, wie wir das Problem lösen könnten, beispielsweise mit "Ist doch alles-Kacki-Keksen" ;) (gleich das Rezept).

Aber jetzt noch mal ernsthaft: Wenn irgendetwas schief läuft, neigen wir dazu alles nur negativ zu sehen. Veranschaulichen wir uns all das Positive, können wir daraus neue Kraft schöpfen und fühlen uns gleich viel besser. Das ist nicht immer einfach, vor allem dann nicht, wenn einen das Leben echt übel mitspielt. Auch ich habe dieses Jahr einiges einstecken müssen (jammer, jammer), dennoch weiß ich auch das Positive wie etwa meinen Moppi, jegliche Unterstützung seitens der Familie, Freunde und Miaule sowie meine sportlichen Erfolge zu schätzen und erfreue mich daran. Und "last but not least" an meinen treuen Blog-Lesern: DANKE!

Anstrengend wird es genau dann, wenn jemand ständig nur jammert, völlig unnötig über Kleinkram und dann aber auch nichts ändert. Manchmal erwischt man sich dabei, wie man selbst über Kleinigkeiten klagt, wie etwa über das Wetter oder über die verspätete Bahn. Wenn Hendrik und ich mal wieder nen völlig unnötigen Jammeranlass gefunden haben (der eigentlich nicht wirklich einer ist), hilft es uns dabei völlig maßlos zu übertreiben und das ganze ins Lächerliche zu ziehen.

Ein Beispiel aus unserem Alltag: Hendriks "Jammeranlass" war kürzlich ein morgendlicher Lauf, zu dem er absolut keine Lust hatte und ich ihm nahezu aus dem Bett hieven musste. Seine Ansage lautete: "Es ist 4 Uhr morgens, es sind -40 Grad und heute findet Hannovers erster Eis-Marathon statt, 180 Teilnehmer sind bereits erfroren, zwei starten jetzt dennoch todesmutig und riskieren einen Spaß-Faktor von -100 Prozent". Nun ja, es war doch schon etwas später, das Thermometer zeigte -4 Grad und es war lediglich eine kleine Runde, die wir uns vorgenommen hatten ;). Lachend habe wir dann unseren "Eis-Marathon" bestritten ;). 

Also liebe Jammerer, nicht festjammern! Ist man mit etwas im Leben nicht zufrieden, dann sollte man es ändern. Geht das nicht, dann ändert man die Einstellung dazu und isst Kacki-Kekse ;).

Und hier nun das Anti-Jammer- ähh "Kacki-Keks Rezept, wenn mal wieder alles Scheiße is(s)t". Inspiriert hat mich Hamburger Liebe, DANKE!:

Kacki-Keks Rezept, wenn mal wieder alles Scheiße is(s)t!

  • 300 g Mehl (Ich verwende alternativ Mandelmehl, da ich Gluten weniger gut vertrage. Man sollte darauf achten entweder nicht mehr als 50 bis 60 % der ursprünglichen Menge Mehl durch Mandelmehl zu ersetzen, oder die Menge der Flüssigkeit im Rezept entsprechend zu erhöhen, damit der Teig gut zusammenhält)
  • 130 g Puderzucker (Alternativ Erythrit verwenden = Xucker light, süßt nicht ganz so stark wie Zucker: 100 Gramm Zucker entspricht etwa 130 Gramm Erythrit)
  • 90 g Kakao
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Prise Salz
miteinander vermischen.
  • 125 g Butter
in Stücke schneiden, mit den Fingern mit der Mehlmischung verreiben, so dass kleine Flöckchen entstehen.
  • 1 Ei (alternativ für vegane Kackhaufen: Sojamehl und etwas Wasser)
  • 4 EL Milch (alternativ für vegane Kackhaufen: Sojamilch)
hinzugeben und zügig zu einen Teig verarbeiten. Den Teig in Frischhaltefolie einwickeln und ihn für 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Backofen auf 190°C vorheizen, Backblech mit Backpapier belegen, kleine Wüstchen rollen und formen.
  • Augen
Glubschis drauf: gibt es fertig zu kaufen, kann man aber auch mit Zuckerguss und kleinen Lakritzstückchen selbst gestalten.

FERTIG ist der SCHEISS!
Ist die Kacke am dampfen? Kacki-Kekse!

07.12.2014

Bei Rausch Panis mellitus und Sushi!

Zittern, Schweißausbrüche, wackelig auf den Beinen, schlapp, weiche Knie, Zuckungen, Krämpfe, taube Lippen, Laberflash... Richtig geraten: Betrunken, ääääh Unterzuckerung!
Doppelbilder im (Hypo-) Rausch
Doch woher sollen die Leute in der City um dich herum wissen, dass du Diabetes hast, geschweige denn eine Unterzuckerung? Meist denken sie, du seist besoffen. Nun gut, meinem Verhalten nach zu urteilen und wenn ich mich dabei mal selbst beobachten könnte, würde ich das vermutlich auch annehmen. Und dann war da noch dieser Weinstand neben mir ;). Muss sehr verdächtig ausgesehen haben. Oh Mann. Ich habe keine Ahnung, was ich für wirres Zeug von mir gegeben habe, aber es hat scheinbar die Leute um mich herum gut unterhalten. Na Mensch, das ist doch die Hauptsache ;). Weiß gar nicht, warum manche sich so aufregen ;-P. Tzzz, sagen die "ich soll mal in Gang kommen", "hinmachen" soll ich... Hallo? Ich weiß doch nicht mal richtig, wo ich war und was ich da wollte! Und Vorsicht ja, wenn Diabetiker unterzuckert sind, sind sie (die meisten) aggressiv! Und vielleicht nehmen Diabetiker im Hypo-Warn Aufforderungen wie "mach da mal hin" auch ernst ;). Hendrik und meine Eltern wissen es wohl am besten: bei Unterzuckerung ist Steff unberechenbar. Und es heißt dann "Vorsicht, bissige Steff". Aber sicher wissen sie in solchen Moment besser als ich, was zu tun ist, denn schnell wirksame Kohlenhydrate verweigere ich im Rausch der Unterzuckerung ganz gern mal.

Solche Situationen kennt ihr bestimmt auch, oben beschriebene hat sich am Donnerstag ereignet, mit meinem Wegbegleiter DexStar wäre mir das wohl nicht passiert. Mein Anti-Hypo-Rezepte: "das etwas andere Sushi" und "Panis mellitius" kamen leider etwas spät zum Einsatz. Aber die helfen auch bei Frust, Stress, blanken Nerven, ach ja und bei Hunger natürlich auch, fast vergessen ;-P. Aber hat man den nicht auch (fast) immer? Gerade die Kombi aus Kälte uns Sport führt dazu, dass ich derzeit essen kann wie ein Scheunendrescher ;). Also falls es euch auch so geht oder ihr vielleicht gerade geknickt, gefrustet, gestresst seid oder meinetwegen auch besoffen ;), genießen oder andere bebacken bzw. becrêpen wollt oder eben verzweifelt einen Weg aus dem Hypo-Dschungel sucht, dann sind die folgenden zwei Bild-Rezepte vielleicht genau das richtige für euch? Viel Spaß damit und euch lieben allen da draußen einen besinnlichen zweiten Advent mit Panis mellitus (schöner Name für einen Honigkuchen, nicht wahr ;-P? Oder auch die weniger süße Variante: Panus mellitus) und "Sushi".

Panis mellitus oder auch Honigkuchen ;), 

Nutella-Bananen-Sushi. Rezepte für Crêpes findet man genügend im Netz. Da ich kein Gluten und Weizenmehl vertrage ersetze ich das Weizenmehl durch Mandelmehl. Verwende auch kein "echtes" Nutella. Hier ist ist für mich Kreativität gefragt ;). Damit die Crêpes so dünn gelingen habe ich mir ein spezielles Crêpe-Set gekauft mit Teigverteiler und Wender.

03.12.2014

Mach's dir gemütlich mit uns; in der Blood Sugar Lounge

... oder werde selbst aktiv und erzähl' über dein (Er-)Leben mit Diabetes.

Blood Sugar Lounge: Hier treffen sich Diabetiker und Angehörige virtuell und berichten aus Ihrem Leben mit Diabetes

Die Blood Sugar Lounge (BSL) ist ein noch relativ neuer virtueller Treffpunkt rund um den Diabetes und ein Angebot des Kirchheim-Verlags, Mainz (Herausgeber des Diabetes Journals). Wir Lounge-Redakteure "treffen" uns hier regelmäßig und haben selbst (fast) alle Diabetes. Wir sind ein gemischter Diabetiker-Haufen: Newbies und Langzeit-Diabetiker sind hier gleichermaßen vertreten. Auch Angehörige sind dabei, die dazwischen quasseln ;D SPASS... die ihre Sicht der Dinge einbringen. Wir berichten über unser (Er-)Leben mit Diabetes: über Abenteuer, Partys, Arbeit, Zocken, Tattoos, Reisen, Sport, gutes Essen, Wellness und die Dinge, die eben jeder Stoffwechselgesunde auch tut/erlebt. Ein bisschen Lästern... äh feststellen gehört auch dazu ;).

In der BSL könnt ihr lesen, Fotostrecken und Illustrationen bestaunen, aber auch Filme schauen und Radio hören, bzw. Podcasts lauschen ;), die über unser Leben mit Diabetes erzählen: authentisch, ungefiltert und kreativ, versteht sich! Für jedes Thema wie etwa "Life", "Health", "Genießen", "Kids"... gibt es in der Lounge einen eigenen, stilvoll eingerichteten Raum zum Wohlfühlen und Austauschen, zum Mitmachen und Entspannen. 

Also hereinspaziert, Kaffee und Keks zur Hand genommen und einfach "mitplaudern"! BE PART OF IT: MEET AND GREET AND HAVE FUN!!!

30.11.2014

O du fröhliche: Advent, Advent ein Finger brennt

Meine Finger bleiben jetzt Dank DexStar (Dexcom von Nintamed) und FreeStyle Libre verschont, also musste ich anderes mit ihnen anstellen ;). Man könnte meinen, ich vermisse die Piekserei mit der Stechhilfe in die Finger. NEIN!

Ich bin ein Festtagsflüchling, ein Weihnachtstraditionenbrecher und Weihnachtsverweigerer durch und durch. Beim Gedanken an den

  • weihnachtlichen Konsumrausch, 
  • einem Weihnachtsmann (Coca Cola hats erfunden, na ja zumindest "großartig" geprägt), der als "Werbefigur" nur noch dazu verwendet wird, um zum Kauf zu motivieren, den Konsum noch weiter zu steigern und 
  • dem ganzen "O du fröhliche, zu mir oder zu dir und wer nimmt Oma?" 
überkommt mich ein Fluchtreflex. Das mitunter wichtigste Fest des Christentums hat sich zum Fest des Kapitalismus verwandelt. Mit dem Weihnachtsgeschäft erreichen viele Unternehmen die Umsatzspitze des Jahres. Von Jahr zur Jahr wird es schlimmer mit den Newslettern, den Weihnachtsrabatt-Aktionen, dem Gedränge in den Innenstädten und dem Geschenke-Rausch. Klingeling... deshalb absolut nicht mein Ding.

Ich mache es mir dennoch schön, wenn ich dabei auch alle gesellschaftlichen Traditionen breche ;). In unserer Wohnung findet man keinen Weihnachtsschmuck, höchstens einen kleinen (Weihnachts-) Engel, unsere Katze Miaule :). Den Weihnachtsmarkt umgehe ich und meide auch die überfüllten Innenstädte. Heilig Abend bevorzugte ich bereits letztes Jahr schon einen 24-Kilometer-Lauf durch die Wälder, bei dem neben Rentieren hunderte Tannenbäume auf mich warten, die ich mir in Gedanken auch alle unterschiedlich nach Lust und Laune schmücken kann, wenn ich das möchte ;). Außerdem fallen auch die Geschenke und Naschereien etwas anders aus. Darüber werde ich in Kürze noch berichten. Aber eins vorweg: DAS HAT NIX MIT MEINEM DIABETES ZU TUN! Obwohl, ein kleines bisschen schon... aber wie gesagt, in Kürze mehr.

In Sachen Diabetes habe ich übrigens auch eine Tradition gebrochen: Ich steche mich nur noch selten in die Finger. Dank CGMS DexStar (Dexcom G4 von Nintamed) und FGM FreeStyle Libre bleibt mir das nun nämlich erspart und das ist dieses Jahr mein "O du fröhliche".  Ähm, nein nein, das heißt jetzt aber nicht, dass ich meine Finger deshalb als Adventskerzen missbrauche ;) (siehe Foto), um ihnen auch weiterhin Schaden zuführen zu können. Denn wie gesagt, Traditionen sind dazu da um sie zu brechen, nicht um sie neu zu erfinden... also Traditionen und nicht die Finger brechen. In diesem Sinne einen besinnlichen Advent und heile Finger :).

26.11.2014

Viele bunte (Insulin-)Basalratenprofile

Diabetiker mit Insulinpumpe haben häufig nur ein Basalratenprofil höchstens zwei, ich habe allerdings sieben an der Zahl! Zum einen liegt das daran, dass ich es gar nicht einsehe, mir nachts um 2:30 Uhr den Wecker zu stellen, um mit einem "perfekten" Blutzuckerwert den Frühsport (Basalratenprofil 1) starten zu können, zum Anderen möchte ich auch nicht ständig, manuell Anpassungen an der Basalrate an Tagen/in Situationen vornehmen, die häufiger vorkommen/sich ständig wiederholen. Ist doch Zeitverschwendung und sorgt nur für Blutzuckerchaos. "Regelmäßigkeiten"/Sich wiederholende Situationen, die meine Blutzuckerwerte bei "normal" laufender Basalrate aus dem Ruder laufen lassen, werden also direkt als ein neues Basalratenprofil in der Insulinpumpe/OmniPod abgespeichert und in entsprechenden Situationen "scharfgeschaltet".

Sieben meiner Insulin-Basalratenprofile im Blick
So konnte ich über die Jahre feststellen, dass ich in stressigen Situationen (Basalratenprofil 2) mehr Insulin benötige, im Urlaub (Basalratenprofil 3), an sonnigen oder/und entspannten Tagen deutlich weniger. So habe ich eben die Basalrate festgelegt, die stressige Arbeitstage abfängt und jene, die an den "ruhigeren" Tagen des Lebens zum Einsatz kommt. Auffälligkeiten meines Blutzuckers konnte ich auch feststellen, wenn ich mal wieder nachts nicht schlafen konnte. Dann habe ich am nächsten Morgen noch Blutzuckerwerte im Zielbereich, allerdings wird bereits Mittags ein Blutzuckeranstieg deutlich. Für mich untypisch, denn Mittags überkommt mich für gewöhnlich eigentlich eher ein "Blutzucker-Tief". Also habe ich auch hierfür eine entsprechende Basalrate programmiert, die nach unruhigen Nächten (Basalratenprofil 4) Verwendung findet. 

Ebenso habe ich eine für Marathons/Ultraläufe (Basalratenprofil 5) in meiner Insulinpumpe/OmniPod gespeichert, da ich mittlerweile (zumindest im Groben) weiß, wie sich mein Blutzucker dabei verhält. Auch die (Regenerations-)Tage danach (Basalratenprofil 6) verlaufen recht ähnlich (Ausnahme war der 24 Stunden/143-Kilometer-Lauf). Für schnelle, kurze Wettkämpfe sportlicher Natur hingegen und jene Situationen, die beispielsweise für Adrenalinschübe sorgen, die man nicht planen kann oder nur von kurzer Dauer sind, korrigiere ich natürlich manuell und aus der Situation heraus. Das gilt auch für weitere besondere Anlässe wie etwa Vorstellungsgespräche, Präsentationen/Vorträge, Operationen, Untersuchungstermine...

Habt ihr mitgezählt ;)? Neben der normalen Basalrate, die im Alltag fast schon am wenigsten zum Einsatz kommt, habe ich noch sechs weitere zu bieten, insgesamt also sieben an der Zahl. Wer bietet mehr ;)?