20.05.2013

Diabetiker-Notfallausweis im Haar, als Tattoo, Kette, Armband, Schlüsselanhänger oder doch im Portemonnaie?

Erst einmal ein großes Dankeschön an eine meiner treuen Blog-Leserinnen. Getreu dem Motto "Diabetes kann man sich in die Haare schmieren" ;), hat sie mir eine "Zuckerspange" geschenkt/geschickt ;). Richtig gelesen: "Zuckerspange" nicht "Zuckerstange". Erhöht im Vergleich zu letzteren jedenfalls nicht den Blutzucker und man kann sie im Haar tragen.
  • Zuckerstange, 
  • Zuckergranate (Insulin ;)), 
  • Roboter (Diabetiker müssen manchmal so wie Maschinen funktionieren) und 
  • typische (versteht sich ;)) Diabetikerschuhe sind jedenfalls darauf abgebildet. 
Die Zuckerspange ersetzt sicher nicht den "Notfallausweis", ist aber hübsch anzusehen (siehe Foto), oder? Trifft jedenfalls genau meinen Geschmack: DANKE :)!!!
Diabetes-Notfallausweis im Haar? Wie sinnvoll ist der Notfallausweis für Diabetiker wirklich?
Bei Bewusstlosigkeit wird der Notarzt nun sicher gleich an meiner neuen Haarspange erkennen, dass ich Diabetes habe ;) und weiß deshalb sofort zu handeln. Ähhhm, nein... genauso wenig, wie er das an einer Tätowierung erkennen kann, auch wenn sie eindeutig darauf hinweist, dass man Diabetes hat. Auch sowas soll es ja geben ;): Foto Facebookseite .

Ob Diabetes-SOS-Ketten oder Armbänder besser sind, die kleine Zettelchen beinhalten, auf denen man alle wichtigen Daten und Informationen zum Diabetes schreibt und wie man sich bei Gefahr verhalten soll, weiß ich allerdings auch nicht. Am besten ist es wahrscheinlich einen Notfallausweis mit allen wichtigen Informationen im Portemonnaie neben dem Personalausweis zu tragen, oder?
Von links nach rechts, Notfallausweis als 1. Armband, 2. Kettenanhänger, 3. Karte fürs Portemonnaie, 4. Schlüsselamhänger, 5. Haarspange, 6. selbstgemachte Fimokette
Bis dato hatte ich immer das Glück, dass ich nicht allein unterwegs war, wenn ich aufgrund einer Unterzuckerung bewusstlos geworden bin, oder ich mich (scheinbar) noch bemerkbar machen konnte, siehe: Grenzsituationen. So oft ist es glücklicherweise auch nich nicht vorgekommen. Mich würde allerdings mal interessieren, ob euch ein Notfallausweis schon mal "gerettet" hat? Beziehungsweise für wie wichtig ihr ihn haltet?

14.05.2013

Die perfekt konstruierte (Diabetes-) Scheinwelt?

Mehr Schein als Sein. Schattenseiten? Nööö, hat der Diabetes gar nicht. Folgeerkrankungen habe ich doch nicht. Zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Alles super, alles schön, alles bestens. Nach außen hin, ja... hinter den Kulissen sieht es allerdings oft ganz anders aus. Warum ist das so? Wir wollen uns gut vermarkten, klar. Oder vielleicht motiviert man damit auch andere um sich herum, wenn man auf Facebook/in Foren/auf Twitter postet, dass man immer beste Blutzuckerwerte/HbA1c-Werte hat und einen Folgeschäden nichts anhaben können? Oder man den perfekten Körper, den tollsten Job oder den liebenswertesten Ehemann (den hab ich schon ;D) mitbringt? Ganz ehrlich: Motivieren tuts mich überhaupt nicht und weiterbringen erst recht nicht. Staunen kann ich velleicht darüber, wie toll der sein Leben managt. Ist dem wirklich so? Was Worte da noch Wert sind, frag ich mich. Wem man trauen kann, wer ehrlich ist und wer nicht...

Diabetes- Superhero oder (Diabetes-)Scheinwelt?
Am liebsten sind mir die Menschen, die sich auch Schwächen eingestehen können. Aber um solche zu finden, musst du lange suchen. Mit dem AOK-Diabetes-Buch beispielsweise habe ich viel von mir offenbart, was andere Menschen interessieren und weiterhelfen könnte, dazu gehören auch die Schattenseiten. Dabei habe ich aber auch ganz klar Grenzen gezogen: "Stopp, bis hierhin und nicht weiter". Auch das ist wichtig. Was ich preisgebe entscheide ich, es gilt dann aber Schweigen und nicht Schönreden bzw. Lügen. Lügen im Gesundheitsbereich bringen mich besonders zu Weißglut! Dennoch werden sie verbreitet und gelesen, teilweise auch geglaubt. Nicht selten sind "Gesundheits-Lügen-Meldungen" natürlich auch auf den höheren Plätzen im Suchmaschinenranking zu finden. Gewusst wie. Schade, denn nur Ehrlichkeit ermöglicht auch ein Voranbringen der Medizinforschung und der verfügbaren Therapiehilfsmittel. Derzeit scheint es auch mal wieder gerade "In" zu sein über Heilmethoden von Typ-1-Diabetes zu berichten. Falsche Hoffnungen zu machen. Traurig! DAS IST WIRKLICH NICHT WITZIG!

Bedenken muss man auch, dass wir Individuen sind. "Streiten" in Foren ist auch oft überflüssig. Wenn es der eine besser weiß als der andere, sollten wir bedenken, was für den einen gut ist, ist es für den anderen doch noch längst nicht. Ich frage mich dann immer, was bringt es denn mich Nilpferd mit Diabetes Typ 1 ;) (hallo Vorurteile) mit einer stoffwechselgesunden Gazelle oder meinetwegen auch einer mit Diabetes Typ 32.657 zu vergleichen? 

Barbie und Ken: die perfekte konstruierte Scheinwelt
Ich gehe (mittlerweile) offen mit meinem Diabetes um, einige denken sich jetzt vielleicht zu offen, und gebe sicherlich lieber so gut wie nichts von sich preis. Ich tue das, weil ich selbst das meiste meines Wissens über den Doofen neben Selbstforschung über Erfahrungsaustausch gelernt habe, nicht etwa von einem Arzt oder Apotheker, den man bei Risken und Nebenwirkungen fragen sollte. Hier im Blog schreibe ich meine Erfahrungen nieder und die sind mal schön, mal weniger schön, helfen anderen eventuell weiter oder auch nicht. Wie das im Leben nun mal so ist. Ich freue mich über jeden einzelnen Leser, über jede Mail und jeden Kommentar. Ich lerne jeden Tag aufs Neues so viel von euch: danke! Ich kann euch 100%ig garantieren, dass dieser Blog KEINE perfekt konstruierte Scheinwelt ist und ich auch von keinem Pharmaunternehmen beeinflusst wird. So... ENDE DER SELBSTVERMARKTUNG ;D. 

09.05.2013

Neben Weltrekordler Christian Hottas und ohne Diabetes: ein etwas anderer Marathon!

Als erstes beantworte ich euch gern die Frage, die ihr euch sicher gerade stellt: "Warum/wie läuft sie denn den Marathon ohne Diabetes?" Nein, ich bin nicht wie durch ein Wunder geheilt... leider
  • Grund 1: Ich bin ganz froh wenn ich mein liebstes Hobby, den Sport, vom Diabetes trennen kann, so gut es eben geht. Beruflich, privat, der Blog, ganz nebenbei ;) noch selbst betroffen, die besorgte Family... das ist manchmal zu viel des Guten. So viel Aufmerksamkeit hat der Diabetes nicht verdient. Beim Marathon am Sonntag in der Eskorte 2000 mit Christian Hottas in Hannover wollte ich ihn also einfach mal nicht beachten in den Mittelpunkt rücken, den Doofen. 
  • Grund 2: Ich mag keine Extrawürste, die schmecken mir nicht. Ihr wisst was ich meine, oder? Sorge, dieses "Das darfst du doch nicht" oder "Das hier ist besser für dich"... Nöö das nervt mich genauso wie dieses "Wir haben das extra für die Diabetiker so gemacht..."
  • Grund 3: Ich bin auch noch die Steff und nicht nur DIE Diabetikerin.
Diabetes-Probleme während des Laufs: Der Doofe ist manchmal nicht ganz so doof und hat Sonntag scheinbar schnell gemerkt, dass er mal nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen sollte (siehe Grund 1). Als könnte der Diabetes böse Pläne schmieden ;/...
Mit dabei trotz expliziter Ausladung: Mein Diabetes!
  • Erst wollte das CGMS nicht mitspielen, so zeigte es mir eine Stunde lang ohne den gewohnten Trend-Pfeil ein und denselben Blutzuckerwert von 121 mg/dl an. Ich wollte eine Gegenmessung machen, allerdings hab ich meine  
  • Stechhilfe in meinem Laufgurt  wegen der vielen Taschen und des Krams darin nicht gefunden. Gut, dass ich Jens, einen hilfsbereiten Sportfreund erblickte. Zufall? Er zückte jedenfalls das RIESIGE Messer (was Männer so bei sich führen ;)) und zack zarapp floss das Blut, was wahrscheinlich noch für 1.978.935... weitere Blutzckermessungen gereicht hätte, wenn es nicht so schnell geronnen wäre ;). Alles wieder gut. Danke Jens!!! PS: Meine Stechhilfe hatte ich natürlich im Ziel in meiner Tasche wieder gefunden. Grrr...
  • Dreimal fiel mir dann noch der PDM meines OmniPods herunter. Beim dritten Mal habe ich ihn nur durch Herausnehmen und Einlegen der Batterien wieder zum Laufen ;) bekommen. Das GOTT SEI DANK nach der Panik. 
  • Das CGMS machte keine Probleme mehr und der Blutzucker war die gesamten 42,195 km über ziemlich stabil. Bei Blutzuckertrend bergab gabs vorsorglich Kohlenhydrate in Form von Müsliriegeln und co (alles außer Obst/Bananen, die vertrag' ich beim Sporteln nämlich nicht). Gegen Ende des Laufes stieg der Blutzucker seltsamer Weise extrem an. Na ja irgendwann ist der Körper gestresst, der Kopf hat auch schon genervt "Stopp jetzt, kein Bock mehr, was soll das hier, bald Ende in Sicht?...".  Das übliche "Bla-bla" im leeren Kopf, das nach Kilometer 32 einsetzt. 
  • Noch mal zum Omni-Pod: er hat mich nicht im Stich gelassen und wie gewohnt nen guten Dienst erbracht!!! Hat drei Stürze überlebt, die aufgrund meiner Taschen-Rummusselei zu Stande kam. ABER und jetzt "Meckermodus" ein: Ich konnte kaum etwas auf dem Display erkennen, da die Sonne es nicht zuließ, sich auf dem Display spiegelte. Nun habe ich doch etwas gefunden, was neben des penetranten Piepens verbessert werden müsste ;)!
Kurz vorm Ziel haben wir gestoppt und den "roten" ;) Christian Hottas selbstverständlich als Ersten einlaufen lassen :)
So viel zum Diabetes, nun zum Lauf in der Eskorte 2000 (hinter diesem Link verbirgt sich ein schöner Bericht darüber). Was soll ich sagen: Es war ein etwas anderer Marathon, ein ganz besonderer. Ein Marathon...
  • ohne Zeitdruck 
  • mit vielen verrückten, interessanten, liebenswerten Menschen (über 80 Leute waren in der Eskorte), die unterschiedlicher nicht sein könnten, 
  • die der Weltrekordler Christian Hottas die gesamte Strecke über als Team beisammenhielt.
  • Ich bin stolz diesen Marathon gemeinsam mit der verrückten Meute bestritten zu haben, die ZUSAMMENHALT und GEMEINSCHAFT riesengroß schreibt.
  • Es war ein Marathon bei dem Hand in Hand ins Ziel gelaufen wurde (Spalier vor der Ziellinie) und der genau deshalb zu Tränen rührte.
  • Aber natürlich auch, weil die Freude mit Christian Hottas riesig war, der den 2000ten Marathon/Ultra damit in der Tasche hatte!!! (Mittlerweile wahrscheinlich schon seinen 2003ten?). Damit ist er jedenfalls mehr als zwei Mal um die Welt gelaufen.
  • Wir haben uns in der Eskorte 2000 prächtig verstanden und die neuen Kontakte, die ich knüpfen konnte, sind mir Gold wert...
  • ...
Ich kann es einfach nicht in Worte fassen, Sonntag gab es einen Bericht dazu im Fernsehen, schaut euch den an ;): Eskorte=gelb, Christian Hottas=rot. Bin sogar zu sehen ;).
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/media/hallonds15381.html

Eskorte 2000 wollte gezeichnet werden ;). Das Logo sollte bekannt sein. Wie war das? Rot = Super-Marathon-Mann Christian Hottas, und gelb = Eskorte 2000 ;)