22.10.2014

Ich bin 3-4 Personen: Das Very-Mmmh-Low-Carb-Kokosbrot

Schnell, schnell, schnell, schnell noch ein Foto... sonst ist's komplett aufgeputzt. Ich muss hier etwas posten, das wohl leckerste Rezept der Welt: Kokosbrot!!! Very Mmmmh und very simple! Ich habe beim Backen, bzw. beim Verzehr leider nur feststellen müssen, dass ich drei bis vier Personen bin :/. Verdammt, es schmeckt halt so gut. Ich kann euch dieses Rezept auf keinen Fall vorenthalten.

Chia-Samen: da steckt ne Menge Power drin!
Für alle Low-Carb- (scheint ja wieder mal oder immer noch (?) in Mode zu sein ;)) und Kokos-Fans ist dieses Rezept ein absolutes MUSS! Krass schnelle Bluzuckerwertanstiege bleiben euch damit also auch noch erspart. Aber fragt jetzt bitte nicht, wie viel BE das Brot hat. Einige Diabetiker (wie ich) berechnen Eiweiß (und Fett), die anderen ein wenig, die anderen so gut wie gar nicht. Also austesten! Ach und über Kalorien spricht man ja wohl nicht! Das NERVT! Und noch was: Veganer können die Eier auch durch Sojamehl+Öl und Wasser und den Quark durch Sojaquark ersetzen. Schmeckt auch bestens! Very mmmh auch ergänzend mit zwei/drei Esslöffeln Chia-Samen (da steckt ne Menge Power drin). Njammsen.

Hier habt ihr das Rezept... Und bitte sagt mir hinterher, dass ihr auch 3-4 Personen seid, sonst muss ich mir doch noch Sorgen machen:

Das Very-Mmmh-Low-Carb-Kokosbrot 

für 3-4 Portionen  eine Person ;/

  • 3 Eier
  • 250 Gramm Quark
  • 100 Gramm Kokoschips/Kokosflocken (oder sonstige Nüsse)
  • 100 Gramm gemahlene Mandeln
  • 0,75 Päckchen (Weinstein-) Backpulver
  • Gewürze, Zucker nach Geschmack
Backzeit ungefähr 35-40 Minuten bei 180 Grad Umluft

Es schmeckt besser als es aussieht ;): Das Very-Mmmh-Low-Carb-Kokosbrot

19.10.2014

Insas "Muko-Diabetes" Typ 3c (CFTR)

Heute hier im Diabetes-Blog: Gastbeitrag von Insa. Sie schildert ihr Leben mit Mukoviszidose und Diabetes Typ 3c (CFTR), warum es beispielsweise für sie eine Erleichterung war, Insulin spritzen zu können und... ach lest doch selbst ;-P. Finde es ist super spannend, zu erfahren, wie sich so'n Typ 3c im Vergleich zum Typ 1 aufführt und vor allem, wie Insa ihren "Mitbewohner" sieht! DANKE für die offenen Worte, Insa!

Hallo! Mein Name ist Insa und ich betreibe mit Miriam, einer sehr guten Freundin, den Blog "Mukomania". Heute darf ich nun als Gastblogger für Diabetes-leben schreiben, während sich Steff auf unserer Seite versucht. Miriam und ich haben Mukoviszidose – inzwischen sind wir beide lungentransplantiert, ich vor ca. sieben Monaten. Mukoviszidose ist eine nicht heilbare Erbkrankheit, die hauptsächlich die Lunge, die Bauchspeicheldrüse oder auch die Leber betrifft. Ganz einfach formuliert funktioniert bei uns in den Zellen der Salz-Wasser-Transport nicht richtig. Dies führt dazu, dass die Organe durch einen zähen Schleim verkleben und die Funktion dadurch mehr und mehr eingeschränkt wird. Bei der Lunge bedeutet dies: viel Husten, schlecht Luft bekommen, irgendwann Sauerstoff und früher oder später steht dann die Frage nach einer Listung für eine Lungentransplantation im Raum. Bei der Bauchspeicheldrüse ist zuerst die Produktion von Enzymen eingeschränkt, so dass die Verdauung nicht richtig funktioniert. Das bedeutet: Zu jedem Essen müssen Enzym-Kapseln genommen werden. Und irgendwann kommt dann auch der Diabetes dazu, weil nicht mehr genug Insulin abgegeben werden kann.
Zweimal die Woche hatte ich Krankengymnastik - u. a. zur
Lockerung und Dehnung des Brustkorbs, damit der Oberkörper noch seine
minimale Flexibilität erhält und die OP gut übersteht. Foto: www.joanna.nottebrock.de
Mukoviszidose-Lauf (der von mir organisiert wird) 2014: Während ich 2013 nur am Rand sitzen konnte, war ich diesmal mittendrin und habe zusammen mit einigen Läufern eine Ehrenrunde gedreht. Steff war natürlich auch dabei. Foto: www.joanna.nottebrock.de
Auch wenn man weiß, wohin die Reise geht und man weiß, dass irgendwann Diabetes diagnostiziert wird, ist die endgültige Diagnose natürlich ein Schock. Man hofft doch immer, dass solche Nackenschläge erst irgendwann in der Zukunft einschlagen mögen. Allerdings war ich damals in gewisser Weise auch froh (ich weiß das hört sich jetzt seltsam an). Der Glucosetoleranztest, war schon sein ein paar Jahren nicht mehr in der Norm – der HbA1c aber schon. Dementsprechend versucht man über die Ernährung die Lage stabil zu halten. Was natürlich nicht so einfach ist, da man sich als Muko-Patient grundsätzlich hochkalorisch ernähren soll... Da war es dann schon eine Erleichterung, als ich Insulin spritzen konnte und ich essenstechnisch nicht mehr auf so viele Sachen achten musste.

Spaziergang mit meinem Mann: das drei Kilo
schwere Sauerstoffgerät immer mit dabei.
Bildquelle: www.joanna.nottebrock.de
Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die wahrscheinlich jeder hat, wenn er zum ersten Mal die BEs errechnen und spritzen muss, lief der Diabetes eigentlich immer relativ problemlos mit. Schwieriger wird es meistens dann, wenn man das Antibiotikum wechseln muss (unsereins bekommt eine Dauer-Antibiose, um die Keime in der Lunge in Schach zu halten) oder bei Erhöhungen vom Kortison (bei vielen bei fortgeschrittener Krankheit auch Dauergabe) oder wenn der regelmäßige zweiwöchige Krankenhausaufenthalt anstand (denn im Krankenhaus hat man nur sehr wenig Bewegung und sitzt oder liegt oft nur rum). Miriam pflegt dazu zu sagen: wir haben tausend Baustellen im Körper, das was zuerst laut "hier" schreit, wird beachtet. So einfach ist das. Und Diabetes war glücklicherweise immer ein leiser Mitbewohner.

Seit ich von meinem Diabetologen eingestellt wurde ist es so, dass ich Berlinsulin zu den Mahlzeiten spritze und Berlinsulin Basal zur Nacht (16 Einheiten). Das sind, wie ich von Steff erfahren habe, wohl eher wenig Einheiten, was daran liegt, dass meine Bauchspeicheldrüse noch eigenes Insulin produziert – und einige Teile davon auch noch abgegeben werden. Eigentlich hatte ich erwartet, dass ich weniger Insulin nach der Transplantation brauche, weil ich mich jetzt viel mehr bewege und unterwegs bin. Dem ist aber nicht so. Allerdings verteilen sich die Einheiten jetzt anders über den Tag. Vor der Transplantation brauchte ich morgens sehr wenig Insulin (4 Einheiten) und abends viel (8 Einheiten) – nach der Transplantation ist es genau anders herum. Warum auch immer.

Ich spritze mit Pen (keine Pumpe) und zugegebenermaßen kenne ich auch keinen Muko, der eine Pumpe besitzt. Meistens kommt der Diabetes ja erst im Erwachsenenalter dazu. Blutzuckerwerte von 300 bis 400 kommen durchaus mal vor – allerdings merke ich davon überhaupt nichts. Hypos bemerke ich recht schnell und kann gegensteuern. Natürlich erlebt man mit dem Muko-Diabetes auch einige Highlights. Da dieser spezielle Diabetes Typ 3c doch eher unbekannt ist, haben wir schon in diversen Praxen bei Ärzten gesessen, die uns erklärt haben, dass es diesen speziellen Typ nicht gibt. "Ja, aber...." Manchmal hilft in diesen Fällen der Hinweis auf die zweite Bezeichnung - cystic fibrosis related diabetes, CFRD. Aber oft kommt man auch damit nicht weiter – und dann wird's anstrengend...

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich ein durch und durch pragmatischer Typ bin. Ein Auto soll fahren und mich von A nach B bringen (die Farbe ist mir dabei egal); mein Blutzuckermessgerät soll den Blutzucker messen (egal wer nun der Hersteller ist); mein Asthmamonitor soll meine Lungenfunktion messen. Fertig.
Mit Steff beim entspannten Kaffee-Schnack (nach der Lungentransplantation)
Mukoviszidose ist eine Krankheit mit niedriger Lebenserwartung. Als ich noch klein war, hieß es, dass ich wahrscheinlich nicht älter als 12 oder 15 Jahre werden würde. Aber in den letzten Jahrzehnten haben sich die medizinische Versorgung und die Therapie immer weiter verbessert, so dass heute viele Betroffene das Erwachsenenalter erreichen und, so wie ich, verheiratet sind. Man kann sagen, dass so etwas wie Normalität in kleinen Bereichen durchaus möglich ist. Das Leben mit Mukoviszidose hat mich in vielen Bereichen stark geprägt. Es ist ganz klar so,  dass ich bestimmte Sachen anders gewichte. Man muss versuchen auch in schwierigen Zeiten noch die schönen Momente wahrzunehmen. Und am allerwichtigsten war es für mich immer, mich nicht über die Krankheit zu definieren und auch noch ein Leben neben der Mukoviszidose und der ganzen Therapie zu führen.  Es ist und war nie einfach – aber das ist es doch nie, oder?

Wer noch mehr über mich wissen will: In der Chrismon (STEFF SAGT: UNBEDINGT LESEN) gab es im November 2013 einen Artikel über mein Leben auf der Warteliste. Und wer noch mehr Fotos aus dieser Zeit sehen will, die gibt es bei Joanna.Nottebrock zu sehen, die mich in den letzten Jahren fotografisch begleitet hat.

14.10.2014

Der "Nebenbei-Diabetes": Diabetes als Begleiterkrankung von Mukoviszidose

Und welches Blutzuckermessgerät hast du? Keine Ahnung, es misst halt meinen Blutzucker...

Diabetes aus einer anderen Perspektive

Wenn ich dich jetzt als Typ-1-Diabetiker frage, welches Blutzuckermessgerät du nutzt, welches Insulin du spritzt oder welche Insulinpumpe du besitzt, dann kannst du diese Frage mit Sicherheit spontan ohne groß nachzudenken beantworten, oder? Insa hat auch Diabetes und sie kann das nicht. Insa hat eben irgendein Blutzuckermessgerät, das halt den Blutzucker messen kann und damit seinen Zweck erfüllt. Insa hat Mukoviszidose und diverse Begleiterkrankungen und ach ja... so ganz nebenbei hat sie auch Diabetes.

Wir hatten uns beim Mukoviszidose-Spendenlauf (sie organisiert diesen) kennengelernt, bereits beim
Werkheim Marathon (den sie mit ihrem Rad kurz nach ihrer Lungentransplantation begleitet hatte (!!!)) ausgiebig gequatscht und uns letzten Sonntag ausnahmsweise nicht bei einem Lauf sondern auf einen Kaffee getroffen.Ursprünglich stand auch wieder ein Treffen bei einem Lauf an, aber leider ist mein Fuß ja verstaucht :/. So fiel dieser aus, wie auch der Marathon in Bremen.

Beim Mokoviszidose-Lauf habe ich Insa kennengelernt :), sie hat als "Nebenerkrankung" Diabetes
 

Jammern auf höchstem Niveau

Nein, ich werde jetzt nicht Jammern, denn das Gespräch mit Insa am Sonntag hat irgendetwas in mir verändert. Mir ist wieder bewusst geworden, dass Menschen (mich eingeschlossen) viel zu viel jammern, interessant sind aber die unterschiedlichen Anlässe dafür. Ein Beispiel direkt aus dem Geschehen: Während man sich am Nachbartisch über das Wetter beklagte, ein Autofahrer über die Beulen an seinem Neuwagen schimpfte,ich mich über meinen Fuß und meine Blutzuckerwerte ausließ, saß Insa mir gegenüber, lächelt lebensbejahend und fragte die Bedienung, ob sie ihr ein neues Glas ohne Zitronenscheiben und Eiswürfel bringen könnte.

 

Wasser und Zitrone nicht für Diabetiker?

Zunächst war ich verwundert. Da ist doch kein Zucker drin ;). Aber ernsthaft: In Eiswürfeln lauern vermutlich mehr Bakterien als im Klowasser. Denn die Annahme, dass krankmachenden Bakterien im Eisfach die Puste ausgeht, ist ein Irrglaube. Und auch wenn es Insa nach der Lungentransplantation glücklicherweise wieder richtig gut geht, gibt es einiges, was ihr Leben von einem ganz "normalen" Leben unterscheidet: So muss sie sich vor Infektionen schützen, denn diese können für Transplantierte lebensgefährlich werden. Außerdem viele Medikamente zur Immunsuppression (schützen das Transplantat vor einer Abstoßung) einnehmen (leider haben diese teilweise fiese Nebenwirkungen). Zudem stehen natürlich auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen im Rahmen der Transplantationsnachsorge an...

 

Insa und ihr Nebenbei-Diabetes

Ich denke es ist besser, wenn Insa selbst davon berichtet. Falls ihr Interesse habt an einen Bericht von Insa, dann votet gern dafür in Form von Kommentaren. Insa wird dann sicherlich einen Gastbeitrag schreiben und berichten, wie sie den "Nebenbei-Diabetes" managet, was sie darüber denkt. Und das tut sie sicherlich ganz anders als du oder ich. Diabetes mal aus einer ganz anderen Perspektive. Ich bin gespannt...

Mit Insa: Sie hat Diabetes als "Begleiterkrankung" von Mukoviszidose

12.10.2014

Alter, machst du meine Insulinpumpe an, oder was?

Huiuiui... in der Diabetes-Community ist manchmal was los. Was ich meine? Wie so oft ist die eigene Insulinpumpe natürlich die bessere Wahl. Wenn dann einer kommt und meint "die Animas" oder "die Medtronic" oder "die Accu-Chek" sind Mist oder wie sich kürzlich jemand in einer Facebook-Gruppe äußerte, "Der OmniPod ist hässlich" dann ist so richtig "Partystimmung" angesagt. Manch einer fühlt sich sogar persönlich angegriffen... Nun gut über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.

Meine Traum-Insulinpumpe misst nur Traum-
Blutzuckerwerte: 96 mg/dl in Hannover ;)
Meistens beginnt die Diskussion, sei es in Foren oder in Facebook-Gruppen ganz harmlos "Welches ist die beste/bessere Insulinpumpe?" "Und was hast du für eine Insulinpumpe?"... bis zum großen Knall "also diese Insulinpumpe ist doch voll besch...". Weiter wird dann über das "Warum" diskutiert. Ja der und der hat das und das gesagt und überhaupt habe ich gelesen, aber getestet habe ich sie noch nie... oh je :/. Ich sag immer Probieren geht über studieren und warum auch nicht mal was neues austesten. Oft stellen sich die Hersteller nicht quer, sollten sie auch nicht!

Am "liebsten" sind mir persönlich diejenigen, die eine vorgefertigte Meinung haben, sich niemals davon abbringen lassen würden und andere davon überzeugen MÜSSEN, dass ihre Insulinpumpe/ihr Blutzuckermessgerät einfach das beste auf dem Markt sei. Und diese menschliche Sturheit beschränkt sich nicht nur auf Diabetes-Zubehör, auch bei Laufschuhen, Kopfhörern etc. trifft man auf dieses einseitige Denken. Schon "lustig", bezüglich welcher Dinge Menschen so aneinander geraten können ;), als hätten sie keine anderen Sorgen. Okay das ist ein anderes Thema. Also zurück zum eigentlichen: Nur, weil ich überzeugte OmniPod-Trägerin bin, heißt das noch lange nicht, dass ich die Patch-Pumpe meinem besten (Diabetes-)Freund Nahe legen würde. Diabetiker muss zu Pumpe passen und umgekehrt und eine Pumpenentscheidung ist keine leichte... und die möchte ich auch niemandem abnehmen. Aber wir sollten froh sein, überhaupt eine Auswahl zu haben.

Ich habe mir damals eine Pro- und Contra-Liste gemacht und mir genau überlegt, was für mich persönlich wichtig ist. Beispielsweise wollte ich, dass meine Insulinpumpe wasserfest ist und schlauchlos. Na und da ist die Auswahl (vielleicht sogar glücklicherweise) gleich deutlich zusammengeschrumpft.

In letzter Zeit hatte ich gehäuft Anfragen über meinen Blog: "Welche Insulinpumpe kannst du mir empfehlen?". Ganz ehrlich, wie würdet ihr darauf antworten?

05.10.2014

Braucht die Woche noch jemand oder kann die weg?

Diese Woche war komplett für den Mülleimer. Solche Wochen hat wohl jeder mal, aber bei uns Insulinjunkys haben sie zudem noch negative Auswirkungen auf den Blutzucker. Das ist doppelt FIES!!! So ist man dementsprechend richtig miesepetrig unterwegs, was einem leider auch nicht wirklich weiterhilft. Vielmehr sollte man solche Wochen, Tage oder Ereignisse als einen Wink des Schicksals betrachten und daraus für die Zukunft lernen.

Im Dunkeln ist gut Munkeln? Ähhm NEIN!

Fuß verstaucht

Ich hatte mir beim Lauftraining den Fuß verstaucht. Tja, wenn man im Dunkeln läuft, die Stirnlampe nicht richtig einstellt, dennoch meint, über einen Baumstamm hüpfen zu müssen, um dann in einem "Schlagloch" zu landen und umzuknicken, dann... ja dann hat man wohl selbst Schuld und muss sich nicht wundern... Aber damit war es noch nicht genug.

Weitere Unfälle, die sich ereigneten

Ich hatte viel zu viel um die Ohren, beruflich und privat. Und das rächte sich wie so oft. Es sollte diese Woche kein Tag vergehen, an dem ich mich nicht in Hektik in den Finger schnitt, fast vor ein Auto in Hannovers City "lief" (HUMPELTE!), mich am Wasserkocher verbrannte oder den SodaStream auf der Herdplatte zum Schmelzen brachte. So nahm die Woche ihren Lauf. Last but not least warfen mich auch der Morbus-Crohn-Schub und die Blutzuckerwerte aus der Bahn, vermutlich als Auslöser des Stresses.

Statt Marathon 42 HARIBOs und ein paar Zerquetschte

Heute wäre ich eigentlich in Bremen beim Marathon gestartet. Aber der Fuß ließ mich nicht. Statt 42,195 Kilometer Laufen gabs dann 42 Haribos und einen Zerquetschen... Mein Körper schrie förmlich danach. Eigenartigerweise brauchte ich für die HARIBOs weniger Insulin als gewohnt. Vermutlich war er einfach zufrieden, dass er sie bekam?
42,195 Gummibärchen statt Kilometer. Na ja... hat auch was.

Wink des Schicksals?

Vielleicht waren die Sache mit dem Fuß und die weiteren Unfälle auch ein Wink des Schicksals? So konnte ich dieses Wochenende nicht wirklich viel reißen, sondern war mehr oder weniger gezwungen, zur Ruhe zu kommen. Nicht nur was das Laufen betrifft, sondern auch was meinen Kopf betrifft. Der wollte auch nicht so richtig arbeiten, wie ich mir das erhofft hatte. Der war mehr als voll, quoll schon über und ich schaffte es nicht, meine teils irrsinnigen Gedanken zu sortieren, eine innere Ordnung herzustellen. Stand völlig neben mir. So schwer es einem auch fällt, in solchen Momenten, ist es schlau, auf seinen Körper zu hören und ihm nachzugeben. Also... ENTSPANNUNG. Bitteschön :/.

Die Blutzuckerwerte und die innere Ordnung

Ich habe am Samstag völlig abgeschaltet, gelesen, meditiert und mich geordnet... Dabei bin ich echt "runtergekommen". Wie von allein verschwanden Kopfschmerzen, Magenschmerzen, die miese Laune. Meine Insulin-Basalrate, die ich die Woche über hochschrauben musste, konnte ich wieder absenken. Damit bin ich nun gewappnet für eine neue, stressige Woche ;).

Ähhhm ja... Nee im Ernst, 15-30 Minuten Zeit am Tag, nur für einen selbst, in der man die Gedanken ordnet, sollten schon drin sein, sonst hilft das keinem weiter. Damit war die Woche dann doch nicht komplett für den Mülleimer! Hab ja draus gelernt: Denn komme, was wolle, die 15-30 Minuten Zeit pro Tag nehme ich mir künftig!

28.09.2014

Diabetes-Blog-Woche: "And the Oscar goes to..." – Scheiße, ihr seid alle gut!

dbw
Tja, nun soll ich entscheiden: Wer ist die Diabetes-Blogperle? 

Mhhh, lasst mich kurz überlegen:

Was macht einen guten Blog aus?


Vor allem die inhaltliche und sprachliche Qualität sowie die Regelmäßigkeit der Beiträge, die entweder durch einen Lerneffekt und/oder durch einen gewissen Unterhaltungswert brillieren sollten. Ehrlichkeit versteht sich dabei von selbst, eine heile Diabetes-Welt vorzugaukeln, bringt niemanden weiter. Die regelmäßige Kommunikation mit den Lesern sorgt für zusätzliche Sympathiepunkte, ein übertriebenes Selbstmarketing hingegen wirkt abschreckend. Wenn dann als i-Tüpfelchen noch das Design stimmt, ist der Blog eine wirklich Runde Sache.

Also? The Diabetes-Blog-Oscar goes to...?


Den einen Oscar gibt es nicht. Wie auch bei den Ehrungen in der Filmbranche, hat jeder Diabetes-Blog den Blog-Oscar in seiner Kategorie verdient. Während Blog x gut unterhält, hat Blog y ein geiles Design und Blog z die wertvollsten Informationen. Scheiße (sorry), aber ihr seid alle gut!

Aber welche Diabetes-Blogs begeistern dich und welche weniger?


Einen Ehren-Oskar in der Kategorie Fleiß erhalten alle
regelmäßigen (Diabetes-) Blogger!
Mich begeistern vor allem die Blogger, die Kreativität an den Tag legen, die, die nicht nur Ideen anderer Blogger aufnehmen, sondern sich selbst etwas einfallen lassen. Außerdem auch mal eingestehen können "hey, das Leben ist nicht nur rosarot". Es ist eben nicht immer alles "easy peasy" (ob nun mit oder ohne Diabetes).

Ein wenig schade ist es, wenn Blogs einen Teil ihrer Seele an einen Sponsor verloren haben. So verlockend es auch ist, sich einen Blog-(Pharma)-Sponsor zu suchen, um die aufgewandte Zeit zu rechtfertigen, an Authentizität gewinnt der Blog damit sicher nicht.

Dennoch weiß ich natürlich selbst, wie viel Arbeit ein Blog macht, wenn man ihn regelmäßig pflegt. Das ist wirklich nicht zu unterschätzen.

Ein Ehren-Oskar in der Kategorie Fleiß erhalten daher alle regelmäßigen (Diabetes-) Blogger. 

Zu guter Letzt sei aber noch gesagt: Ich wünsche mir, dass sich noch mehr Diabetiker dafür entscheiden zu bloggen, denn die Kommentare einiger Betroffener in Blogs oder in den sozialen Netzwerken sind Gold wert. Ich würde gerne mehr von ihnen lesen und lernen. Also Leute, los kommt bloggt! Vermutlich weiß ich von vielen Blogs nicht einmal, dass sie bereits existieren, Deshalb bitte, informiert uns Diabetes-Blogger (mich Schnarchnase eingeschlossen), dass es euch gibt, denn wir wollen uns doch alle untereinander vernetzen, Wissen teilen und gemeinsam dem Diabetes zeigen, wo der Hammer hängt. Nicht wahr?

27.09.2014

Diabetes-Blog-Woche: Tag X – der Tag an dem der Diabetes kam (presented by Schwester gnadenlos)

dbw
Februar 1997, Diagnose: "Diabetes Typ 1". Was das nun bedeutete, erklärte mir eine SEHR "freundliche" Krankenschwester in der Diabetesklink ungefähr folgendermaßen:

"Sieben Mal am Tag den Blutzucker messen, vier Mal Insulin spritzen, einen Diätplan einhalten und Tagebuch darüber führen. Sport und Haushaltszucker sind ab jetzt tabu. Du willst doch nicht erblinden, wie diese Patientin da drüben, oder? Deswegen ist es wichtig, immer den Blutzucker zu kontrollieren und wie gesagt auf keinen Fall Haushaltszucker essen. Aber es gibt ja Alternativen wie Fruchtzucker. Der ist erlaubt. Dieses Blutzuckermessgerät, diese Einwegspritze und diese beidem Insuline hier musst du jetzt immer bei dir führen. Ach so und den Traubenzucker nicht vergessen, für den Fall einer Unterzuckerung. Hier hast du auch noch eine BE-Austauschtabelle. Schulungen über den Diabetes bekommst du auch noch. Das ist dein Diätplan über insgesamt 6 BE, davon sollte man gut satt werden. Wann du die BEs essen musst, steht auch alles auf dem Zettel hier. Keine Sorge, du bleibst jetzt erst mal in den nächsten Wochen hier in der Klinik, das kriegen wir dann schon alles geregelt. Morgen kannst du dich schon selbst spritzen, wirst schon sehen... (bitte was?). Leg dich jetzt erst mal schlafen. Wir kommen dann heute Nacht noch ein paar Mal zur Blutzuckerkontrolle, aber am besten übernimmst du Morgen dann gleich selbst das Ruder. Je schneller du das alles selbst managt, umso besser. Psychologische Hilfe bekommst du hier auch in der Klinik. Die solltest du auch annehmen..."
Diabetes = nie wieder Haribo? Ohne mich!
Nette Begrüßung! Hey Mann! Ich war 14 Jahre! Mitten in der Pubertät. Ich wusste rein gar nichts über Diabetes, außer dass es die Oma von einer Freundin hatte ;). Verdammt, war's das jetzt? Meine Eltern saßen neben mir, weinend! Wie ich mich gefühlt habe? Ich denke, das muss ich nicht weiter erläutern. Das Problem war fast weniger die Diagnose als die piefige Klinik, die zickigen Krankenschwestern und die etwa 50 Jahre älteren Patienten. Keiner in meiner Altersklasse hier? Was habe ich falsch gemacht? Warum bin ich hier?

Das sollte ich am nächsten Tag erfahren, während ich mir gleichzeitig eine Einwegspritze mit Insulin auffüllen sollte, um sie mir dann in den Bauch zu "rammen". "Also eigentlich bekommt man Diabetes, wenn man zu viel nascht (schon klar!), bei dir ist das aber etwas anderes, du hast eine andere Form des Diabetes: Diabetes Typ 1. Das ist eine Autoimmunerkrankung. Vermutlich hattest du mit etwa 9 Jahren einen Infekt und Antikörper haben fehlgesteuert nicht die eigentliche Ursache bekämpft, sondern die Betazellen deiner Bauchspeicheldrüse, die das Insulin produzieren (und warum?)..." erklärte mir die "zickige" Schwester vom Vortag sehr kenntnisarm und ungeschult. Aber ich hatte keine Wahl, als ihre Worte so hinzunehmen und die Regeln der Klinik zu befolgen.

Auch nach Aufenthalt der Klinik habe ich mich an die strengen Vorgaben noch lange gehalten, mir Wecker gestellt, um meine BEs pünktlich zu essen und den Blutzucker zu kontrollieren. Bis ich dann dank einer Selbsthilfegruppe (auf die ich glücklicherweise zufällig gestoßen bin) endlich lernte, dass ich sehr wohl Zucker essen und Sport treiben darf. Dass es neben Einwegspritzen auch Pens und Insulinpumpen gibt. Dass ich keine Zwischenmahlzeiten essen und auch keine halbe Stunde Spritz-Ess-Abstand einhalten muss. Ich hörte das erste Mal von "Insulinanaloga". Ich habe das meiste in der Selbsthilfegruppe und von anderen Betroffen über den Diabetes gelernt. Und das ist auch heute noch so! Nur das ich heute nicht mehr von "Selbsthilfegruppen" sprechen würde, sondern von der "Diabetes-Community".

26.09.2014

Diabetes-Blog-Woche: "Geschichten, die das Leben schrieb" – Mein Körper ist der bessere Arzt!

dbwHeutiges Thema der Diabetes-Blog-Woche: "Geschichten, die das Leben schrieb". Wie soll ich nur all das Erlebte mit Diabetes in einen Beitrag quetschen? Funktioniert natürlich nicht. Also habe ich eifnach mal spontan in mich hineingehört und alles niedergeschrieben, was mir als erstes in den Sinn kam: Schönes sowie weniger Schönes, ja sogar schon sehr Krasses habe ich mit dem Diabetes erlebt...

Zuerst die schönen Dinge, die ich mit Diabetes erlebt habe...

Du glaubst, die gibt es nicht? Oh doch!

Im Backstage-Bereich bei Robbie Williams Insulin gespritzt

Nun ja, dank Diabetes durfte ich in den Backstage-Bereich bei einem Robbie Williams Konzert. Na was willste denn auch machen? Ich musste DRINGEND Insulin spritzen. DRINGEND! Das geht doch nicht in der Öffentlichkeit und auch nicht auf öffentlichen Toiletten ;). Wie unhygienisch. Okay, okay das war eine Ausrede, ich mag/mochte den Robbie halt sehr. Getroffen habe ich ihn trotzdem nicht, aber immerhin seine Managerin ;). Praktisch ist aber auch, dass man als Diabetiker Getränke und Essen mit in Konzerte reinschleusen darf. Ja sogar MUSS!!!
Nein, das sind keine Drogen. Ich bin Insulinjunky!

Diabetes und Reckturnen

Der Diabetes hat mich im Sportunterricht in der Schule vor so manch einem Bocksprung und manch einer Turnübung am Reck bewahrt. Ausgerechnet dann bekam ich auch immer eine Unterzuckerung... Mist, verdammter aber auch.

Diabetes-Community

Ich habe sooo viele Menschen mit Diabetes Typ 1 kennengelernt – sei es über meinen Blog, über Foren, Diabetes-Veranstaltungen und Social Media – mit denen der Erfahrungsaustausch einfach nur Spaß macht. Ich möchte sie nicht mehr missen!


Die weniger schönen Dinge, die ich mit Diabetes erlebt habe...


Sechs Unterzuckerungen mit Bewusstlosigkeit und ein diabetisches Koma mit einer Woche Aufenthalt auf der Intensivstation, kann ich leider nicht leugnen. Ebenso ein DNF bei einem 10 Kilometer-Lauf.

Diabetisches Koma/Coma diabeticum

Ursache des diabetischen Komas war ein defektes Blutzuckermessgerät (!!!) und zudem die "Fehldiagnose" Lungenentzündung. So mussten meine Eltern morgens nach einer durchzechten Silversternacht den Notarzt rufen, weil ich keine Luft mehr bekam und keine drei Schritte gehen konnte. Außerdem musste ich mich ständig übergeben (nein, kein Kater!). Der Blutzuckerwert lag gemessen bei 143 mg/dl, da vermutet man gewiss keine Ketoazidose. Der Notarzt diagnostizierte eine Lungeentzündung. Man brachte mich ins Krankenhaus. Dort angekommen war ich schon längst nicht mehr bei Bewusstsein. Blutzuckerwert lag wohl bei 471 mg/dl. Sehr eigenartig!

Ich lag ingesamt eine Woche auf der Intensivstation, so lange hatte es gedauert bis sich wieder alle Laborwerte im Normbereich einpendelten und ich wieder halbwegs fit war. Anschließend gings noch für zwei weitere Wochen in die Diabetesklinik.

Unterzuckerungen mit Bewusstlosigkeit

Tatütataaa... Die Hypowehr hilft bei Unterzuckerungen
Kurz bevor ich "auf der Straße lag", habe ich meistens noch Traubenzucker zu mir genommen und war noch voll im Redefluss und dann zack weg... Ganz plötzlich. Die schlimmste Unterzuckerung passierte nachts im Schlaf bei meinen Eltern zu Hause. Ich habe glücklicherweise sehr laut dabei geschrien, sonst hätte meine Mutter mich nicht gehört. Ich kann mich allerdings nicht mehr daran erinnern, geschrien zu haben. Ich kann mich generell nur an die Momente nach der Bewusstlosigkeit erinnen, in denen ich wieder langsam zu mir kam. Ich bringe die erlebten Unterzuckerungen mit Bewusstlosigkeit, mit orange-neonfarbenden Jacken und dem Katheter/Glukosetropf, der mir danach immer noch im Handgelenk steckte, in Verbindung. Oft war mein ganzer Körper noch völlig verkrampft.

DNF bei 10-Kilometer-Lauf

Tja... da gibste Vollgas für ne neue Bestzeit und statt im Ziel landeste im Rettungswagen. Problem waren wohl Ketone und der Kreislauf, in dem Fall keine Unterzuckerung!

Man darf den Diabetes keineswegs auf die leichte Schulter nehmen. Ich habe Respekt vorm Diabetes und meinem Körper, auch wenn ich ihn oft herausfordere wie etwa kürzlich beim 24 Stunden-Lauf. Dennoch ist und bleibt er der einzige Arzt auf den ich wirklich höre ;).

DNF beim 10-Kilometer-Lauf: die genaue Ursache unbekannt. War der Diabetes wirklich Schuld?