28.09.2014

Diabetes-Blog-Woche: "And the Oscar goes to..." – Scheiße, ihr seid alle gut!

dbw
Tja, nun soll ich entscheiden: Wer ist die Diabetes-Blogperle? 

Mhhh, lasst mich kurz überlegen:

Was macht einen guten Blog aus?


Vor allem die inhaltliche und sprachliche Qualität sowie die Regelmäßigkeit der Beiträge, die entweder durch einen Lerneffekt und/oder durch einen gewissen Unterhaltungswert brillieren sollten. Ehrlichkeit versteht sich dabei von selbst, eine heile Diabetes-Welt vorzugaukeln, bringt niemanden weiter. Die regelmäßige Kommunikation mit den Lesern sorgt für zusätzliche Sympathiepunkte, ein übertriebenes Selbstmarketing hingegen wirkt abschreckend. Wenn dann als i-Tüpfelchen noch das Design stimmt, ist der Blog eine wirklich Runde Sache.

Also? The Diabetes-Blog-Oscar goes to...?


Den einen Oscar gibt es nicht. Wie auch bei den Ehrungen in der Filmbranche, hat jeder Diabetes-Blog den Blog-Oscar in seiner Kategorie verdient. Während Blog x gut unterhält, hat Blog y ein geiles Design und Blog z die wertvollsten Informationen. Scheiße (sorry), aber ihr seid alle gut!

Aber welche Diabetes-Blogs begeistern dich und welche weniger?


Einen Ehren-Oskar in der Kategorie Fleiß erhalten alle
regelmäßigen (Diabetes-) Blogger!
Mich begeistern vor allem die Blogger, die Kreativität an den Tag legen, die, die nicht nur Ideen anderer Blogger aufnehmen, sondern sich selbst etwas einfallen lassen. Außerdem auch mal eingestehen können "hey, das Leben ist nicht nur rosarot". Es ist eben nicht immer alles "easy peasy" (ob nun mit oder ohne Diabetes).

Ein wenig schade ist es, wenn Blogs einen Teil ihrer Seele an einen Sponsor verloren haben. So verlockend es auch ist, sich einen Blog-(Pharma)-Sponsor zu suchen, um die aufgewandte Zeit zu rechtfertigen, an Authentizität gewinnt der Blog damit sicher nicht.

Dennoch weiß ich natürlich selbst, wie viel Arbeit ein Blog macht, wenn man ihn regelmäßig pflegt. Das ist wirklich nicht zu unterschätzen.

Ein Ehren-Oskar in der Kategorie Fleiß erhalten daher alle regelmäßigen (Diabetes-) Blogger. 

Zu guter Letzt sei aber noch gesagt: Ich wünsche mir, dass sich noch mehr Diabetiker dafür entscheiden zu bloggen, denn die Kommentare einiger Betroffener in Blogs oder in den sozialen Netzwerken sind Gold wert. Ich würde gerne mehr von ihnen lesen und lernen. Also Leute, los kommt bloggt! Vermutlich weiß ich von vielen Blogs nicht einmal, dass sie bereits existieren, Deshalb bitte, informiert uns Diabetes-Blogger (mich Schnarchnase eingeschlossen), dass es euch gibt, denn wir wollen uns doch alle untereinander vernetzen, Wissen teilen und gemeinsam dem Diabetes zeigen, wo der Hammer hängt. Nicht wahr?

27.09.2014

Diabetes-Blog-Woche: Tag X – der Tag an dem der Diabetes kam (presented by Schwester gnadenlos)

dbw
Februar 1997, Diagnose: "Diabetes Typ 1". Was das nun bedeutete, erklärte mir eine SEHR "freundliche" Krankenschwester in der Diabetesklink ungefähr folgendermaßen:

"Sieben Mal am Tag den Blutzucker messen, vier Mal Insulin spritzen, einen Diätplan einhalten und Tagebuch darüber führen. Sport und Haushaltszucker sind ab jetzt tabu. Du willst doch nicht erblinden, wie diese Patientin da drüben, oder? Deswegen ist es wichtig, immer den Blutzucker zu kontrollieren und wie gesagt auf keinen Fall Haushaltszucker essen. Aber es gibt ja Alternativen wie Fruchtzucker. Der ist erlaubt. Dieses Blutzuckermessgerät, diese Einwegspritze und diese beidem Insuline hier musst du jetzt immer bei dir führen. Ach so und den Traubenzucker nicht vergessen, für den Fall einer Unterzuckerung. Hier hast du auch noch eine BE-Austauschtabelle. Schulungen über den Diabetes bekommst du auch noch. Das ist dein Diätplan über insgesamt 6 BE, davon sollte man gut satt werden. Wann du die BEs essen musst, steht auch alles auf dem Zettel hier. Keine Sorge, du bleibst jetzt erst mal in den nächsten Wochen hier in der Klinik, das kriegen wir dann schon alles geregelt. Morgen kannst du dich schon selbst spritzen, wirst schon sehen... (bitte was?). Leg dich jetzt erst mal schlafen. Wir kommen dann heute Nacht noch ein paar Mal zur Blutzuckerkontrolle, aber am besten übernimmst du Morgen dann gleich selbst das Ruder. Je schneller du das alles selbst managt, umso besser. Psychologische Hilfe bekommst du hier auch in der Klinik. Die solltest du auch annehmen..."
Diabetes = nie wieder Haribo? Ohne mich!
Nette Begrüßung! Hey Mann! Ich war 14 Jahre! Mitten in der Pubertät. Ich wusste rein gar nichts über Diabetes, außer dass es die Oma von einer Freundin hatte ;). Verdammt, war's das jetzt? Meine Eltern saßen neben mir, weinend! Wie ich mich gefühlt habe? Ich denke, das muss ich nicht weiter erläutern. Das Problem war fast weniger die Diagnose als die piefige Klinik, die zickigen Krankenschwestern und die etwa 50 Jahre älteren Patienten. Keiner in meiner Altersklasse hier? Was habe ich falsch gemacht? Warum bin ich hier?

Das sollte ich am nächsten Tag erfahren, während ich mir gleichzeitig eine Einwegspritze mit Insulin auffüllen sollte, um sie mir dann in den Bauch zu "rammen". "Also eigentlich bekommt man Diabetes, wenn man zu viel nascht (schon klar!), bei dir ist das aber etwas anderes, du hast eine andere Form des Diabetes: Diabetes Typ 1. Das ist eine Autoimmunerkrankung. Vermutlich hattest du mit etwa 9 Jahren einen Infekt und Antikörper haben fehlgesteuert nicht die eigentliche Ursache bekämpft, sondern die Betazellen deiner Bauchspeicheldrüse, die das Insulin produzieren (und warum?)..." erklärte mir die "zickige" Schwester vom Vortag sehr kenntnisarm und ungeschult. Aber ich hatte keine Wahl, als ihre Worte so hinzunehmen und die Regeln der Klinik zu befolgen.

Auch nach Aufenthalt der Klinik habe ich mich an die strengen Vorgaben noch lange gehalten, mir Wecker gestellt, um meine BEs pünktlich zu essen und den Blutzucker zu kontrollieren. Bis ich dann dank einer Selbsthilfegruppe (auf die ich glücklicherweise zufällig gestoßen bin) endlich lernte, dass ich sehr wohl Zucker essen und Sport treiben darf. Dass es neben Einwegspritzen auch Pens und Insulinpumpen gibt. Dass ich keine Zwischenmahlzeiten essen und auch keine halbe Stunde Spritz-Ess-Abstand einhalten muss. Ich hörte das erste Mal von "Insulinanaloga". Ich habe das meiste in der Selbsthilfegruppe und von anderen Betroffen über den Diabetes gelernt. Und das ist auch heute noch so! Nur das ich heute nicht mehr von "Selbsthilfegruppen" sprechen würde, sondern von der "Diabetes-Community".

26.09.2014

Diabetes-Blog-Woche: "Geschichten, die das Leben schrieb" – Mein Körper ist der bessere Arzt!

dbwHeutiges Thema der Diabetes-Blog-Woche: "Geschichten, die das Leben schrieb". Wie soll ich nur all das Erlebte mit Diabetes in einen Beitrag quetschen? Funktioniert natürlich nicht. Also habe ich eifnach mal spontan in mich hineingehört und alles niedergeschrieben, was mir als erstes in den Sinn kam: Schönes sowie weniger Schönes, ja sogar schon sehr Krasses habe ich mit dem Diabetes erlebt...

Zuerst die schönen Dinge, die ich mit Diabetes erlebt habe...

Du glaubst, die gibt es nicht? Oh doch!

Im Backstage-Bereich bei Robbie Williams Insulin gespritzt

Nun ja, dank Diabetes durfte ich in den Backstage-Bereich bei einem Robbie Williams Konzert. Na was willste denn auch machen? Ich musste DRINGEND Insulin spritzen. DRINGEND! Das geht doch nicht in der Öffentlichkeit und auch nicht auf öffentlichen Toiletten ;). Wie unhygienisch. Okay, okay das war eine Ausrede, ich mag/mochte den Robbie halt sehr. Getroffen habe ich ihn trotzdem nicht, aber immerhin seine Managerin ;). Praktisch ist aber auch, dass man als Diabetiker Getränke und Essen mit in Konzerte reinschleusen darf. Ja sogar MUSS!!!
Nein, das sind keine Drogen. Ich bin Insulinjunky!

Diabetes und Reckturnen

Der Diabetes hat mich im Sportunterricht in der Schule vor so manch einem Bocksprung und manch einer Turnübung am Reck bewahrt. Ausgerechnet dann bekam ich auch immer eine Unterzuckerung... Mist, verdammter aber auch.

Diabetes-Community

Ich habe sooo viele Menschen mit Diabetes Typ 1 kennengelernt – sei es über meinen Blog, über Foren, Diabetes-Veranstaltungen und Social Media – mit denen der Erfahrungsaustausch einfach nur Spaß macht. Ich möchte sie nicht mehr missen!


Die weniger schönen Dinge, die ich mit Diabetes erlebt habe...


Sechs Unterzuckerungen mit Bewusstlosigkeit und ein diabetisches Koma mit einer Woche Aufenthalt auf der Intensivstation, kann ich leider nicht leugnen. Ebenso ein DNF bei einem 10 Kilometer-Lauf.

Diabetisches Koma/Coma diabeticum

Ursache des diabetischen Komas war ein defektes Blutzuckermessgerät (!!!) und zudem die "Fehldiagnose" Lungenentzündung. So mussten meine Eltern morgens nach einer durchzechten Silversternacht den Notarzt rufen, weil ich keine Luft mehr bekam und keine drei Schritte gehen konnte. Außerdem musste ich mich ständig übergeben (nein, kein Kater!). Der Blutzuckerwert lag gemessen bei 143 mg/dl, da vermutet man gewiss keine Ketoazidose. Der Notarzt diagnostizierte eine Lungeentzündung. Man brachte mich ins Krankenhaus. Dort angekommen war ich schon längst nicht mehr bei Bewusstsein. Blutzuckerwert lag wohl bei 471 mg/dl. Sehr eigenartig!

Ich lag ingesamt eine Woche auf der Intensivstation, so lange hatte es gedauert bis sich wieder alle Laborwerte im Normbereich einpendelten und ich wieder halbwegs fit war. Anschließend gings noch für zwei weitere Wochen in die Diabetesklinik.

Unterzuckerungen mit Bewusstlosigkeit

Tatütataaa... Die Hypowehr hilft bei Unterzuckerungen
Kurz bevor ich "auf der Straße lag", habe ich meistens noch Traubenzucker zu mir genommen und war noch voll im Redefluss und dann zack weg... Ganz plötzlich. Die schlimmste Unterzuckerung passierte nachts im Schlaf bei meinen Eltern zu Hause. Ich habe glücklicherweise sehr laut dabei geschrien, sonst hätte meine Mutter mich nicht gehört. Ich kann mich allerdings nicht mehr daran erinnern, geschrien zu haben. Ich kann mich generell nur an die Momente nach der Bewusstlosigkeit erinnen, in denen ich wieder langsam zu mir kam. Ich bringe die erlebten Unterzuckerungen mit Bewusstlosigkeit, mit orange-neonfarbenden Jacken und dem Katheter/Glukosetropf, der mir danach immer noch im Handgelenk steckte, in Verbindung. Oft war mein ganzer Körper noch völlig verkrampft.

DNF bei 10-Kilometer-Lauf

Tja... da gibste Vollgas für ne neue Bestzeit und statt im Ziel landeste im Rettungswagen. Problem waren wohl Ketone und der Kreislauf, in dem Fall keine Unterzuckerung!

Man darf den Diabetes keineswegs auf die leichte Schulter nehmen. Ich habe Respekt vorm Diabetes und meinem Körper, auch wenn ich ihn oft herausfordere wie etwa kürzlich beim 24 Stunden-Lauf. Dennoch ist und bleibt er der einzige Arzt auf den ich wirklich höre ;).

DNF beim 10-Kilometer-Lauf: die genaue Ursache unbekannt. War der Diabetes wirklich Schuld?

25.09.2014

Diabetes-Blog-Woche: Technik, die begeistert? "Technik", die heilt!

dbwAlso, ich bin ja schon echt mega glücklich über mein CGMS und meinen OmniPod, die ein richtig gutes Team sind. Noch besser wäre das Teamwork aber, wenn ich meinen Pod und den Sensor meines CGMS über mein Smartphone/sprich über EINE "Fernbedienung" steuern könnte. Dann müsste ich nämlich nicht mehrere Fernbedienungen organisieren und hätte auch weniger zu schleppen ;) (was mich insbesondere bei Laufwettkämpfen nervt).

Das Smartphone sollte dann gleichzeitig als "Datensammelstelle" für Insulin und Blutzuckerwerte dienen. Natürlich müsste man dann noch eine entsprechende App haben, über die sich alle Daten verwalten lassen und die einen automatisch Therapievorschläge unterbreitet, beispielsweise so etwas wie:
  • Überdenke deine Basalrate von 16:00-17:00 Uhr. 0.5 Einheiten könnten zu wenig sein, du solltest einmal versuchen die Basalrate auf 0.6 oder 0.7 I. E. zu erhöhen.
  • Oder: Du solltest deine temporäre Basalrate für das Lauftraining in den frühen Morgenstunden noch früher absenken oder noch 2 BE zusätzlich essen, damit du während des Laufs nicht unterzuckerst und nach dem Lauf keinen zu hohen Blutzuckerwert hast.
  • Dein Blutzuckerwert ist am Wochenende niedriger als unter der Woche. Du bewegst dich mehr. Lege dir fürs Wochenenende ein extra Basalratenprofil an oder lass' die Basalrate nur 90 Prozent laufen.

Meine Bauchspeicheldrüse ist eine ziemlich dumme
Und diese Therapievorschläge sollten sich dann gleich mit einem "Tap" aktivieren lassen. So weit so gut, ich hätte dann aber immer noch CGM-Sensor und Pod an mir kleben. Die stören nicht wirklich, aber könnte man die nicht auch in ein einziges Gehäuse packen?

Noch besser wäre es natürlich, wenn ich sie gar nicht mehr wechseln/neu setzen müsste... Ähm, je weiter ich das jetzt hier ausspinne, umso mehr nähere ich mich wohl einer funktionierenden Bauchspeicheldrüse an ;). Klar, was ich mir wünsche...

Mhh, liebe Medizinforscher und Technikspezialisten, da lasst euch jetzt mal was einfallen. Bis dahin träume ich einfach mal weiter und freue mich über die Technik, die mir heute schon zur Verfügung steht und mir so viel Komfort und Lebensqualität gibt.

24.09.2014

Diabetes-Blog-Woche: Oma, ich treffe mich mit Typ-1-Diabetikern zum Hashtag #dedoc

Weiter gehts mit der Diabetes-Blog-Woche...
dbwHeutiges Thema: #dedoc.

Versetzen wir uns mal zurück in die Steinzeit, als es noch "studiVZ" gab ;). Nee ernsthaft, damals zu Studienzeiten habe ich meinen Diabetes das erste Mal bei studiVZ öffentlich gemacht. Als ich "damals" (2006) studiVZ mehr oder weniger zufällig entdeckt hatte, waren noch ganz wenige Studenten auf dieser Social-Media-Plattform unterwegs, von Facebook ganz zu schweigen.

Irgendwann kamen immer mehr dazu... und längst nicht mehr "nur" Studenten. So wurde aus "studiVZ" dann irgendwann "meinVZ". Ich habe im VZ (noch als Stefanie Schmidt ;)) die Gruppe "Jaaa, ich esse Zucker und jaaa, ich habe Diabetes" gegründet, um andere Diabetiker kennenzulernen. Ich kannte nicht einen einzigen Typ-1-Diabetiker, der dort auch angemeldet war. Überhaupt kannte ich zum damaligen Zeitpunkt wohl keinen Menschen mit Typ-1-Diabetes in meiner Altersklasse. Ich war ganz alleine mit meinem doofen Begleiter ;(. Nun ja, meine Gruppe "Jaaa, ich esse Zucker und jaaa, ich habe Diabetes" war die erste über Diabetes bei "studiVZ/meinVZ" überhaupt und behauptete sich, vermutlich genau deshalb, bereits nach ein paar Wochen, als DIE Diabetes-Gruppe mit den meisten Mitgliedern. Huch, ich war dann wohl doch nicht die einzige mit Diabetes Typ 1 ;).

Damals trat man solchen "Gruppen" noch in erster Linie bei, um den eigenen Standpunkt klarstellen zu wollen. Kennt ihr folgende Gruppen auch noch:
  • !!! Na, schnüffelst wieder in meinem Profil rum du MISTSTÜCK !!!
  • Mit meiner Handtasche könnte ich spontan das Land verlassen...
  • Wir sind hier nicht bei "Wünsch Dir was", sondern bei "so isses"
  • Ich habe Freitags schon Angst, dass bald wieder Montag ist!
Wer zwitschert noch beim #dedoc-TweetChat mit? Von Diabetikern für Diabetiker. Hier treffen sich Menschen mit Diabetes.

Nun gut, in der Diabetes-Gruppe war das irgendwie anders. Größtenteils ;) sinnvoller Austausch. 24-Stunden waren Themen wie Blutzuckerwerte, ungerechte Genehmigungsverfahren der Krankenkasse, neue Diabetes-Therapiehilfsmittel und die typischen "Alltagsprobleme" mit Diabetes präsent. Außerdem wurden Diabetiker-Treffen organisiert. Und so ist das auch heute immer noch, wenn auch ein Social-Media-Plattformwechsel stattgefunden hat. Zudem gibt es immer mehr Foren und es entstehen neue Ideen sich irgendwie miteinander zu vernetzen und auszutauschen. Kannst du dir deine hohen Blutzuckerwerte nicht erklären oder weißt mal wieder nicht wie du ein "Insulinpumpenproblem" lösen sollst, dann musst du heute nicht erst auf den nächsten "Arzttermin" warten oder dich nach den Öffnungszeiten der Pharmaunternehmen richten. Hilfe bekommst du im Netz rund um die Uhr und diese ist größtenteils professioneller als von vermeintlichen "Diabetes-Fachabteilungen". Denn Mitarbeiter letzterer können meist nicht aus Erfahrung berichten/weiterhelfen.
Schau dich mal um: Selbstbetroffene bloggen, zwitschern (Twitter), posten (Facebook), informieren. Seit geraumer Zeit trifft man sich zu festen Zeiten auch zum #dedoc TweetChat auf twitter, jeden Mittwoch um 21:00 Uhr. Leider schaffe ich es viel zu selten, mich dort zu beteiligen, ich gelobe aber Besserung. Und jetzt versuche das mal deiner Oma zu erklären, dass man sich nicht in einem Café, sondern über ein Hashtag mit anderen Diabetikern trifft...

23.09.2014

Diabetes-Blog-Woche: "Snapshots" – Diabetes bevorzugt Profi-Fotoshooting

dbwHeutiges Thema der Diabetes-Blog-Woche: Snapshots. Ihr wollt Snapshots? Dann sollt ihr sie auch nicht ;) bekommen! Ihr wisst ja der Diabetes möchte immer die volle Aufmerksamkeit, mit Snapshots gibt der sich nicht zufrieden. Der ist anspruchsvoll. Getreu dem Motto: "Mein Haus, mein Auto, mein Boot!" zeige ich euch heute also "Mein Pankreas, mein Insulin und meine Hypohelfer". Allesamt in Szene gesetzt.

Los geht's...

Mein Pankreas (Bauchspeicheldrüse)

Darf ich vorstellen das ist Pancri, ein Kirschkernkissen, na wenn meine Bauchspeicheldrüse schon kein Insulin produziert, dann soll sie wenigstens wärmen und kühlen können, dachte ich mir und hab sie mir umfunktioniert ;). Nun gut, das Kirschkern-Pankreas hilft mir nicht wirklich weiter, und auch nicht "Klein-Pancri". Aber dafür habe ich ja eine "externe Bauchspeicheldrüse", den OmniPod, eine Insulinpumpe ohne Schlauch...

Pankreas-Mama: ein Kirschkernkissen, Pankreas-Kind: eine Insulinpumpentasche. Im Vordergrund meine Fernbedienung/PDM meines "externen Pankreas"
Und so ähnlich klebt das externe Pankreas dann an meinem Körper aus ;). Natürlich für gewöhnlich nur eins, oder schon mal jemanden mit zwei Pankreas gesehen?

Meine externe Bauchspeicheldrüse: der OmniPod. Und wo trägst du deine Organe?

Mein DexStar

Bitte einmal den Blutzucker testen! Nö! Das erledigt seit kurzem mein CGMS, Dexcom Platinum G4 von Nintamed. Ich nenne es "DexStar". Warum? "Dexter" (also nicht DexStar) ist eine US-amerikanische Krimi- bzw. Dramaserie einer ordentlichen Prise schwarzen Humors. Dexter ist der Hauptcharakter und Blutspurenanalytiker ;). Na und dass das Dexcom ein Star ist, versteht sich von selbst:

Blutzuckermessen nicht vergessen! Nööö... hab doch mein Dexcom Platinum G4 (DexStar)

Meine Hassliebe zum Insulin

Wir Diabetiker sind natürlich unheimlich dankbar dafür, dass es Insulin gibt. Ohne hätten wir keine Überlebenschance, deshalb meine Liebeserklärung ans Insulin (Foto: Humalog-Braut). Zugegeben das Insulin hat nicht unbedingt einen angenehmen Geruch, ich wünsche, es würde nach Vanille riechen. Aber was mich natürlich viel mehr nervt als der Geruch des Insulins: Wenn es mal wieder länger dauert, bis das Insulin wirkt... und dann plötzlich alles auf einmal. Kennt ihr das auch (Foto: Insulinschnecke)?

Und so sehe ich das Insulin: Ich liebe es, denn ohne kann ich nicht leben. An den Geruch kann ich mich wohl nie gewöhnen. Manchmal wirkt es sehr eigenwillig...

Meine Diabetes-Familie

Wenn das Insulin dann jedenfalls plötzlich auf einmal wirkt sind glücklicherweise mein Mann und Miaule sofort zur Stelle, meine ganz besonderen Hypohelferlein ;). Ach so und das daneben bin ich: hier messe ich gerade meinen Blutzucker an einem sehr ungewöhnliche Ort: auf dem Empire State Building in New York.

Meine verrückten Hypohelfer: Moppi und Miaule. Das da rechts bin ich: Blutzuckermessen auf dem Empire State Building

Laufzeit ist meine Zeit

Im Großen und Ganzen kann man mit Diabetes ja ganz gut leben, doch er nervt mich beim Laufen schon mal, genau wie der Morbus Crohn, letzterer sogar teilweise noch mehr. Denn Laufzeit ist MEINE Zeit, da möchte ich nicht gestört werden. Dennoch kann man trotzdem 143 Kilometer in 24 Stunden schaffen, auch wenn man mehr Last als andere mit sich rumschleppt. Ich habe mir mal (im Blutzuckerfrust) einen Kuschelläufer genäht ;) (siehe Diabetes-Kunst-Projekte), der meine Liebe zum Laufen verdeutlicht (deshalb die Herzen ;)) und eine externe Bauchspeicheldrüse (OmniPod) am Arm trägt. Das Pflaster symbolisiert meine defekte Bauchspeicheldrüse und Morbus Crohn.
Laufzeit ist meine Zeit. Der Diabetes und der Morbus Crohn fordern bei meiner Lieblingsbeschäftigung jedoch auch Aufmerksamkeit... Und das oft nicht zu knapp.

Langerhans: Diabetes - Deutsch / Deutsch - Diabetes

Vielleicht haben euch die heutigen Snapshots ja verdeutlicht, wie ich mit Diabetes (er-)lebe? Falls nicht... mhh auch nicht schlimm, denn ehrlich gesagt, verstehe ich den ganzen Diabetes manchmal selbst nicht ;)...

Manchmal verstehe ich den Diabetes selbst nicht ;)

22.09.2014

Diabetes-Blog-Woche - Schreibe deinem Diabetes einen Brief: Die Kündigung!

dbwVor geraumer Zeit hatte ich bereits dem Insulin ein Gedicht gewidmet ;). Außerdem gab's auch schon einen Diabetes-Gangsta-Rap meinerseits. Heute startet die Diabetes-Blog-Woche und das erste Thema der Diabetes-Blog-Woche lautet "Schreibe deinem Diabetes einen Brief".

Also gut, nach Gedicht und Rap folgt der Brief. Ich werde definitiv KEINEN Liebesbrief schreiben, auch wenn der Diabetes mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin: eine verbitterte Rotzgöre ;).

Nein, im Ernst, meine Willensstärke und meine Hartnäckigkeit habe ich ihm schon zu verdanken. Statt Liebebrief dennoch vorzugsweise das Kündigungsschreiben:


Von:
Körper GmbH
Stefanie Blockus
www.diabetes-leben.com

                                                                                Hannover, den 22. September 2014

An:
Diabetes mellitus
Typ 1 seit 1997

Betreff: Kündigung des Beschäftigungsverhältnisses

Sehr geehrter Herr von und zu mellitus,

leider muss ich Ihnen heute mitteilen, dass Sie für das Unternehmen "Körper" längst nicht mehr tragbar sind. Ihr Angriff auf die Betazellen bis hin zu deren vollständigen Zerstörung haben dazu geführt, dass wir seit 1997 viel Geld in chemische Substanzen und technische Hilfsmittel stecken mussten, um unser Unternehmen am Leben zu halten. Das hat uns fast in die Insolvenz getrieben.

Sie haben die Arbeit in der Abteilung Blutzucker stets behindert mit Auswirkung auf den gesamten Unternehmensbereich Stoffwechsel. Auch Ihre Empfehlung Herrn Crohn einzustellen, war sehr kontraproduktiv. Die Sachbeschädigung an Pankreas und das Mobbing gegen Frau Psyche haben letztendlich dazu geführt, dass wir uns entschieden haben, Sie fristlos zu entlassen.

Bitte verschonen Sie uns mit weiteren Rechtfertigungen, etwa dass Ihr Verhalten auf multifaktorielles Geschehen zurückzuführen ist, dass genetische Faktoren, Umweltbedingungen und Reaktionen des Immunsystems daran beteiligt sind. Unsere Entscheidung steht fest und die Ursachen für ihr Verhalten sind längst nicht eindeutig bekannt, noch weniger erklärbar und erst recht keine Entschuldigung!

Wir wünschen Ihnen für die Zukunft... eine gute Therapie oder besser noch Heilung.

Freundliche Grüße
Körper GmbH

Kündigung des Beschäftigungsverhältnisses: auf Herrn Diabetes kann ich gut und gerne verzichten!

14.09.2014

Erstmaliges Setzen des Dexcom-Sensors: wir üben noch ;)

Aua, das tut doch weh? Denkste!

Ich habe Hendrik (besser bekannt als Moppi) und mich dabei gefilmt, als wir das erste Mal den Dexom-Sensor (CGMS) gesetzt haben. Na ja, mehr Moppi als mich und mehr gewackelt als gefilmt und mehr Bedienungsanleitung studiert als gesetzt. Perfektion ist halt unattraktiv! Aber keine Sorge, es sieht komplizierter aus als es ist und die Tücher zum Tränen abtupfen (siehe Foto) habe ich dann doch nicht benötigt.

Gerne dürfen Profis die Fehler im Video aufspüren, die Moppi und ich beim erstmaligen Setzen noch gemacht haben und natürlich freue ich mich auch über Tipps und Tricks, auch wenn wir mittlerweile schon Profis sind :).
Taschentücher parat ;)? Dann "Feuer frei" ;). Mein Mann setzt mir oft den Dexcom-Sensor, da ich hinten an meinen Oberarm schlecht selbst drankomme. Schaut euch das Desaster auf Video an (siehe unten).
Moppi hat den Dexcom-Sensor gesetzt, weil ich hinten an meinen Oberarm schlecht drankomme. So wie er auch ab und zu mal meinen OmniPod setzen muss, beispielsweise hinten am unteren Rücken. Macht er richtig gut! Nun gut, der Film zeigt allerdings das ERSTMALIGE Setzen des Dexcoms-Sensors. Ähm... aller Anfang ist bekanntlich schwer und es ist eben auch noch kein Moppi vom Himmel gefallen.

Mittlerweile geht das Setzen des Dexcom-Sensors selbstverständlich fluffig von der Hand und es ist auch keine Bedienungsanleitung mehr nötig. Gäbe es Weltmeisterschaften im Dexcom-Sensor-Setzen, wäre Hendrik mittlerweile Platz 1 sicher. Die Dexcom-Sensor-Setz-WM halte ich dann natürlich auch wieder hier auf Video fest. Vorerst müsst ihr euch aber noch mit diesem stümperhaften Video zufrieden geben.

Meine Frage im Film: "Hast du schon geschossen?", beweist in jedem Fall, dass das Setzen des Dexcom-Sensors nicht/kaum spürbar ist. Damit sollten sich die Fragen meiner Mitmenschen wie "Setzt du dir den Sensor echt selbst? Das muss doch höllisch wehtun, ich dachte, das macht dein Arzt?" erübrigen:

Also, finde den ääh DIE Fehler beim Setzten des Dexcom-Sensors im Video: